Die halboffizielle Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht, hat Berichte in sozialen Medien, wonach ein Kommandeur der IRGC-Marine Ziel der Explosionen war, als "völlig falsch" zurückgewiesen.
Im Iran sind am Samstagnachmittag mehrere Explosionen gemeldet worden. Eine davon ereignete sich nach Berichten iranischer Medien in der Hafenmetropole Bandar Abbas am Persischen Golf. Die Detonation traf ein achtstöckiges Gebäude, beschädigte die unteren Stockwerke schwer und ließ sämtliche Fenster des Hauses bersten.
Während einige inländische Quellen von einem Gasleck als Ursache ausgehen, berichten lokale Medien, das Gebäude sei gar nicht an das Gasnetz angeschlossen gewesen.
Einige inoffizielle Quellen behaupteten zudem, Ziel des Vorfalls sei Alireza Tangsiri, der Kommandeur der Marine der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), gewesen. Die der IRGC nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim wies diese Gerüchte jedoch zurück.
Explosionen im Süden und bei Teheran
Augenzeugen zufolge waren Explosionsgeräusche auch in anderen iranischen Städten zu hören, darunter in Ahvaz nahe der iranisch-irakischen Grenze.
Der stellvertretende Sicherheits- und Polizeichef der Provinz Chusistan meldete dort fünf Todesopfer und zwei Verletzte infolge dessen, was er als "häusliche Gasexplosion" bezeichnete.
Der Gouverneur des Landkreises Robat Karim in der Provinz Teheran dementierte Berichte über einen sicherheits- oder militärrelevanten Vorfall in den Städten Parand und Robat Karim. Der beobachtete Rauch sei auf einen Brand trockener Schilfflächen entlang des Ufers des Shour-Flusses zurückzuführen.
Aufnahmen in den sozialen Netzwerken
In den vergangenen Stunden kursierten in sozialen Netzwerken Videos, die eine große Rauchwolke nahe eines Wohngebiets zeigen und die mit der Stadt Parand in Verbindung gebracht werden.
Ein weiteres, weit verbreitetes Video wird einem Vorfall in Qom zugeschrieben. Die Aufnahmen zeigen aufsteigenden Rauch entlang der Amir-Kabir-Autobahn in Richtung Kashan, in der Nähe einer militärnahen Einrichtung (der Organisation für den Militärdienst).
Der Leiter der Feuerwehr von Qom erklärte, der in der Stadt sichtbare Rauch sei auf einen Müllbrand in der Nähe von Schilfgebieten zurückzuführen.
Unterdessen erklärte die Krisenmanagementbehörde der ostaserbaidschanischen Provinz als Reaktion auf in sozialen Medien kursierende Gerüchte, dass es in Täbris an diesem Tag zu keiner Explosion gekommen sei.
Marineübung offenbar verschoben
Am Sonntag wollte die Islamische Revolutionsgarde ein dreitägiges Marinemanöver in der Straße von Hormus starten – nach eigenen Angaben unter Einsatz scharfer Munition. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gilt als einer der sensibelsten Nadelöhre des Welthandels: Nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur wurden dort 2023 rund 30 Prozent des weltweit per Schiff transportierten Erdöls abgewickelt.
Entsprechend scharf fiel die Warnung aus Washington aus. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (CENTCOM) erklärte, man werde kein "gefährliches oder provokatives Verhalten" tolerieren. Dazu zählten insbesondere Tiefflüge über US-Kriegsschiffe oder Militärstützpunkte sowie riskante Annäherungen iranischer Schnellboote auf Kollisionskurs mit amerikanischen Schiffen.
Der dem iranischen Regime und der Hisbollah nahestehende Sender Al Mayadeen TV berichtete am Samstagnachmittag jedoch, dass das geplante gemeinsame Militärmanöver von Iran, China und Russland in der Straße von Hormus abgesagt worden sei. Demnach würden China und Russland zumindest bis Mitte Februar keine Seestreitkräfte in die Region entsenden.