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Ballonschmuggler-Bande aus Belarus gefasst

Im Ballon geschmuggelte Zigaretten
Im Ballon geschmuggelte Zigaretten Copyright  źródło: www.strazgraniczna.pl
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Von Glogowski Pawel
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Im großem Stil haben sie Zigaretten von Belarus nach Polen geschmuggelt und sich dabei einer ungewöhnlichen Methode bedient. Jetzt konnte die Grenzschutzpolizei die Wetterballon-Schmuggler ausfindig machen. Fünf Personen wurden festgenommen.

An der Grenze zwischen Belarus und Polen sind fünf Menschen festgenommen worden. Sie gehörten einer organisierten kriminellen Gruppe an, die mutmaßlich im großen Umfang Zigaretten von Belarus in die Europäische Union geschmuggelt haben.

Die Gruppe bestand aus ukrainischen, belarussischen und polnischen Staatsangehörigen. Gegen die Mitglieder der Gruppe stehen mehrere Vorwürfe im Raum, so der Verstoß gegen Luftverkehrsvorschriften. Ihnen wird auch die Unterstützung der Aggression gegen die Ukraine vorgeworfen. Gegen die Festgenommenen wurden entsprechend Anklage erhoben. Den Verdächtigen drohen nun zwischen neun Monaten und 12 Jahren Gefängnis. Alle wurden für drei Monate in Untersuchungshaft genommen.

Steuerverluste für den Staat

Nach den Erkenntnissen der Ermittler wurden zwischen September 2025 und Februar 2026 mindestens 48.000 Zigarettenschachteln verschiedener Marken im Gesamtwert von fast eine Millionen polnischen Zloty (PLN) über Wetterballons geschmuggelt. Das sind fast 240.000 Euro. Der dadurch entstandene Schaden für den polnischen Staatshaushalt wird auf über zwei Millionen PLN (mehr als 470.000 Euro) geschätzt.

Die Schmuggler befestigten die Pakete an mit GPS-Geräten ausgestatteten Ballons, um die Ladung nach ihrer Ankunft in Polen orten und bergen zu können.

Bei Durchsuchungen in und um die Stadt Siedlce entdeckte der Grenzschutz Schmuggelware und GPS-Ortungsgeräte, die für die Taten verwendet worden waren.

Kriminelle Gruppe zerschlagen

Zunehmende Vorfälle mit Ballons aus Belarus

Es ist nicht das erste Mal, dass kriminelle Gruppen in der Region auf diese Methode zurückgreifen. In den vergangenen Monaten haben polnische Dienststellen wiederholt berichtet, dass mit Zigaretten beladene Wetterballons aus Belarus den polnischen Luftraum verletzten oder auf polnischem Gebiet landeten.

Die Einführung von Sicherheitsmaßnahmen an der polnisch-belarussischen Grenze, so physische Sperren und elektronische Systeme, hat Schmuggler dazu veranlasst, immer neue Methoden für den illegalen Transport von Tabakwaren zu suchen

Im Januar und Februar 2026 registrierten polnische Radarsysteme mehrere Nächte hintereinander Objekte dieser Art, was zu vorübergehenden Einschränkungen des Flugverkehrs in der Region Podlachien geführt hat. Die Armee und der Grenzschutz verzeichneten eine erhöhte Vorkommen solcher Vorfälle im Vergleich zu Anfang des Jahres 2025. Die Schmuggler dürften ihr Vorgehen also angepasst haben.

Mit einem Ballon geschmuggelte Zigaretten, 2026
Mit einem Ballon geschmuggelte Zigaretten, 2026 źródło: www.strazgraniczna.pl

Im Januar 2026 stellte die Grenzschutzeinheit der Woiwodschaft Podlachien im Osten des Landes etwa 1,75 Millionen Zigaretten ohne polnische Verbrauchssteuermarken im Wert von schätzungsweise 1,78 Millionen PLN (mehr als 420.000 Euro) sicher, die ebenfalls in Ballons aus Belarus geschmuggelt worden sein sollen. Die beiden Belarussen, die in diesem Fall festgenommen wurden, wurden angeklagt und für drei Monate inhaftiert.

Im Jahr 2025 nahmen Beamte der Grenzschutzeinheit von Podlachien 29 Personen fest, die am Schmuggel von Zigaretten mit Wetterballons beteiligt gewesen sein sollen. Sie beschlagnahmten Zigaretten im Wert von 3,4 Millionen PLN (mehr als 800.000 Euro), die der Beweisaufnahme zufolge auf per Ballon geschmuggelt worden waren.

Grenze im Angesicht hybrider Bedrohungen

Das Problem der geschmuggelten Ballons ist nicht auf die polnisch-belarussische Grenze beschränkt. Das benachbarte Litauen meldete Ende 2025 eine Reihe von Zwischenfällen, bei denen Ballons mit Zigaretten aus Belarus in seinen Luftraum gelangt seien, was zu Verhaftungen und Ermittlungen im Zusammenhang mit grenzüberschreitendem Schmuggel geführt habe. Auch Lettland steht vor ähnlichen Problemen.

Diese Vorfälle ereignen sich vor dem Hintergrund politischer Spannungen in der Region. Belarus hat nach Überzeugung Brüssels hybride Angriffe auf EU- und NATO-Länder durchgeführt. Polen hat wiederholt belarussische Diplomaten ins Außenministerium einbestellt und Erklärungen gefordert. Es wurde betont, dass solche Aktivitäten nicht ignoriert werden können, da sie das Recht und die Souveränität der Nachbarländer verletzten.

Die Ballons sind teilweise mit Wasserstoff gefüllt, der in Verbindung mit Luft ein explosives Gemisch bildet. Somit besteht Gefahr für die Bevölkerung in den jeweiligen Ländern und auch für deren Eigentum.

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