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Europa entkoppelt sich von Fossilpreisschocks: Strom durch Wind und Sonne ein Viertel günstiger

Laut einem neuen Bericht ist Strom in einigen europäischen Ländern zwischen 2023 und 2025 dank erneuerbarer Energien im Schnitt um fast 25 Prozent billiger geworden.
Laut einem neuen Bericht ist Strom in einigen europäischen Ländern zwischen 2023 und 2025 dank erneuerbarer Energien im Schnitt fast ein Viertel günstiger geworden. Copyright  Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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Von Rebecca Ann Hughes
Zuerst veröffentlicht am
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Die Daten zeigen auch: Je mehr erneuerbare Energien ans Netz gehen, desto stärker drücken sie die Preise auf dem Strommarkt.

Europa steckt in einer Energiekrise. Die Preise für fossile Energieträger schwanken stark. Investitionen in erneuerbare Energien erweisen sich deshalb als entscheidend, um Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen vor den schlimmsten Preissprüngen zu schützen.

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Seit 2019 hat Spanien seine Wind- und Solarkapazität verdoppelt und mehr als 40 Gigawatt zugebaut. Das ist mehr als in jedem anderen EU-Land außer Deutschland, dessen Strommarkt doppelt so groß ist wie der spanische.

Deshalb reagiert der spanische Strompreis deutlich weniger auf die schwankenden Gaskosten. Der Gaspreis sprang am Tag nach Beginn des Iran-Kriegs um 55 Prozent nach oben und pendelt seitdem stark.

In Großbritannien hat die Windkraft einen neuen Rekord aufgestellt. Am 26. März erreichte die britische Windstromproduktion einen Höchstwert von 23.880 Megawatt. Das reicht, um rund 23 Millionen Haushalte zu versorgen.

Eine Auswertung von SolarPower Europe zeigt, dass Solarenergie Europa seit dem 1. März täglich mehr als 100 Millionen Euro an fossilen Energieimporten erspart hat. Insgesamt summieren sich die Einsparungen bereits auf über 3 Milliarden Euro.

Bleiben die Gaspreise hoch, könnten die Einsparungen im Jahr 2026 nach Einschätzung von Fachleuten bis zu 67,5 Milliarden Euro erreichen.

Ein neuer Bericht kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass Strom in einigen europäischen Ländern zwischen 2023 und 2025 im Durchschnitt fast 25 Prozent günstiger war – dank erneuerbarer Energien.

Wind und Sonne verringern Europas Risiko bei fossilen Preisschocks

„Eine wachsende Zahl von Studien zeigt, welche Rolle erneuerbare Energien spielen: Sie verdrängen teure fossile Stromerzeugung aus dem Energiemix und setzen so die Großhandelspreise unter Druck“, schreibt die Reformorganisation Positive Money in ihrem Bericht.

Die Organisation errechnete, dass der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung die Strompreise im Zeitraum 2023 bis 2025 in den neunzehn untersuchten Ländern im Durchschnitt um 24,2 Prozent gesenkt hat.

Die Daten zeigen auch: Je mehr erneuerbare Kapazitäten ans Netz gehen, desto stärker wird dieser Preiseffekt.

In vielen europäischen Stromsystemen steckt die Entkopplung der Strompreise von den Gaspreisen jedoch noch in den Anfängen.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen daher, wie wichtig der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist. Zusammen mit Flexibilitätsressourcen können sie die Anfälligkeit der europäischen Strommärkte für fossile Preisschocks deutlich verringern“, heißt es in dem Bericht.

„Das macht die Elektrifizierung der Wirtschaft attraktiver und senkt Europas Verwundbarkeit gegenüber fossilen Energien weiter.“

„Eine Chance, Europas Verwundbarkeit zu verringern“

Positive Money sieht aus den Ergebnissen zwei zentrale politische Schlussfolgerungen.

In Ländern mit bislang geringer Wind- und Solarkapazität sei ein beschleunigter Ausbau „tief hängende Frucht“ – also ein naheliegender Schritt, um Großhandelsstrompreise zu senken.

In Ländern mit bereits großer Wind- und Solarkapazität hilft der weitere Ausbau von Flexibilitätsoptionen, die Großhandelspreise stärker von den traditionellen Kostentreibern zu lösen. Dazu zählen Investitionen in Batteriespeicher für überschüssigen Strom, die Förderung von Solaranlagen auf Wohnhäusern und Instrumente, die Angebot und Nachfrage besser ausgleichen, etwa variable Tarife.

„Die starke Aussetzung der Strompreise gegenüber fossilen Preisschocks erschwert die Elektrifizierung der Wirtschaft. Sie ist jedoch ein zentrales Element der Energiewende“, erklärt die Organisation.

„Wer diese systemweiten Veränderungen beschleunigt, entkoppelt die Strompreise zunehmend von fossilen Preisschocks. Das wiederum unterstützt weitere Elektrifizierung.“

Aktuelle Entwicklungen zeigen, wie dringend dieser Umbau ist.

„Anhaltende fossile Preisschocks gefährden Europas Energiesicherheit, Preisstabilität und Wettbewerbsfähigkeit“, warnt Positive Money. „Bleibt der Fortschritt zu langsam, bleibt Europa den vielfältigen Risiken der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ausgesetzt.“

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