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Neuer Bericht: Erneuerbare liefern Strom rund um die Uhr und unterbieten Fossilpreise

Studie: Sinkende Batteriekosten drücken Preis von Ökostrom
Sinkende Batteriekosten drücken Preis für Ökostrom, zeigt neuer Bericht Copyright  Nicholas Doherty / Unsplash
Copyright Nicholas Doherty / Unsplash
Von Craig Saueurs
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Seit 2010 sind die Kosten für Batteriespeicher um über neunzig Prozent gefallen und drücken damit auch die Preise für Strom aus erneuerbaren Energien.

Saubere Energie kann inzwischen zuverlässig Strom rund um die Uhr liefern. Die Preise konkurrieren mit denen fossiler Brennstoffe. Der Krieg gegen Iran zwingt Europa, seine Abhängigkeit neu zu überdenken.

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Ein neuer Bericht (Quelle auf Englisch) der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zeigt: Werden Solar- und Windkraft mit Batteriespeichern kombiniert, können sie bei den Kosten bereits mit neuen Kohlekraftwerken mithalten. In vielen Regionen der Welt unterbietet dieser Mix aus Ökostrom und Speicher sogar neue Gaskraftwerke.

Die Ergebnisse stellen eines der ältesten Argumente der Fossilindustrie infrage: Erneuerbare Energien könnten keinen verlässlichen Strom rund um die Uhr liefern, wenn weder die Sonne scheint noch der Wind weht.

Erneuerbare Energien überholen fossile Brennstoffe?

Nach Einschätzung von IRENA lautet die Antwort: ja.

Der Bericht untersucht sogenannte „gesicherte“ erneuerbare Systeme, Kombinationen aus Solaranlagen, Windparks und Batteriespeichern, die Strom rund um die Uhr bereitstellen können.

Nach Angaben des Berichts kostet Solarstrom in Kombination mit Batterien in sonnen- und windreichen Regionen inzwischen etwa 50 bis 75 Euro je Megawattstunde.

Zum Vergleich: Neue Kohlekraftwerke in China liegen bei rund 60 bis 75 Euro je Megawattstunde, neue Gaskraftwerke weltweit bei mehr als 88 Euro.

Ein drastischer Preisverfall bei Batterien treibt diese Entwicklung. Seit 2010 sind die Kosten für Batteriespeicher nach IRENA-Angaben um 93 Prozent gesunken, Solarmodule wurden um 87 Prozent billiger und Onshore-Windkraft um 55 Prozent.

Die Agentur betont zudem, dass die Kombination von Wind, Sonne und Speichern die Verwundbarkeit gegenüber geopolitischen Schocks verringern kann, etwa durch den Einfluss Irans auf die Straße von Hormus, einen zentralen Engpass des Ölhandels, über den rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen läuft.

Europa spürt die Folgen bereits

Der Bericht erscheint zu einem besonders brisanten Zeitpunkt. Europa kämpft weiterhin mit Preisschocks bei fossilen Energieträgern, ausgelöst durch Russlands Angriff auf die Ukraine und neue Instabilität im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und Israel im Nahen Osten.

Die Organisation Positive Money hat kürzlich errechnet, dass erneuerbare Energien geholfen haben, die Strompreise in einigen europäischen Ländern zwischen 2023 und 2025 um fast 25 Prozent zu senken.

Ein weiterer Bericht zeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher in Dänemark, Finnland, Frankreich, Schweden und der Slowakei dank ihres saubereren Strommixes in diesem Jahr bis zu 8,5 Milliarden Euro sparen könnten, während Länder mit einer höheren Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich höhere Kosten tragen müssen.

Allein die Solarenergie hat Europa im März durch geringere Gasimporte 3 Milliarden Euro erspart. Eine Analyse von SolarPower Europe geht davon aus, dass die Gesamtersparnis mehr als 67 Milliarden Euro betragen könnte, falls die Gaspreise hoch bleiben.

Debatte über erneuerbare Energien verschiebt sich

Jahrelang behaupteten Kritiker, Solar- und Windkraft könnten fossile Energieträger nie vollständig ersetzen, da sie vom Wetter abhängen.

Nach Angaben von IRENA verändert Batteriespeicherung diese Rechnung grundlegend.

Batterien können Strom aus sonnigen oder windreichen Stunden speichern und später abgeben, wenn die Nachfrage steigt oder die Produktion nachlässt. Dadurch sinkt der Bedarf an Reservekraftwerken, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

IRENA geht davon aus, dass die Kosten auch im kommenden Jahrzehnt weiter fallen. Rund-um-die-Uhr-Strom aus erneuerbaren Quellen könnte damit für energiehungrige Branchen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Rechenzentren deutlich attraktiver werden.

Bis 2035 könnten einige große Solar-und-Batterie-Projekte in den leistungsstärksten Regionen dauerhaft Strom für weniger als 45 Euro je Megawattstunde liefern.

„Das seit Langem vorgebrachte Argument, erneuerbare Energien seien unzuverlässig, gilt nicht mehr“, erklärte Francesco La Camera, Generaldirektor von IRENA, in einer Mitteilung.

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