Trotz der Waffenruhe, die zwischen Israel und der Hamas gelten sollte, erlebt Gaza weiter tägliche Gewalt. Israels Armee setzt ihre Angriffe fort, beide Seiten werfen sich den Bruch der Feuerpause vor.
Die Hamas ist das "wichtigste Hindernis" für den Übergang in die zweite Phase der Waffenruhe für den Gazastreifen. Zu diesem Schluss kommt die von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufene Initiative "Board of Peace" in ihrem ersten Bericht an den UN-Sicherheitsrat.
Die im Januar von Trump eingesetzte Gruppe soll das Ende der Kämpfe im Gazastreifen und den Wiederaufbau nach dem Krieg zwischen Israel und Hamas begleiten. In ihrem Bericht kritisiert der sogenannte Friedensrat wiederholte Verstöße gegen die Waffenruhe.
In dem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Bericht heißt es: "In dieser Phase bleibt das größte Hindernis für eine vollständige Umsetzung die Weigerung der Hamas, einer überprüfbaren Entwaffnung zuzustimmen, ihre Gewalt-Herrschaft aufzugeben und einen echten zivilen Übergang in Gaza zu ermöglichen.“
Der ehemalige bulgarische Verteidigungsminister Nickolay Mladenov will als Hoher Vertreter des Gremiums für Gaza den Gaza-Bericht am Donnerstag dem UN-Sicherheitsrat vorstellen.
"Institutionen, Ressourcen und Pläne für die nächsten Schritte stehen bereit", heißt es in dem Dokument weiter.
"Art und Reihenfolge dieser Schritte hängen von den Entscheidungen ab, die die Parteien jetzt treffen."
"Fast tägliche Verstöße gegen die Waffenruhe"
Trotz der im Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe erlebt der Gazastreifen weiter tägliche Gewalt. Israels Armee setzt ihre Angriffe fort, und sowohl das Militär als auch die Hamas beschuldigen sich gegenseitig, die Feuerpause zu brechen.
"Verstöße gegen die Waffenruhe ereignen sich nahezu täglich, teils in gravierender Form. Die Folgen für die Menschen – getötete Zivilisten, Familien in ständiger Angst und anhaltende Hindernisse für humanitären Zugang – lassen sich nicht kleinreden", heißt es in dem Bericht.
Die Regierung Trump verhandelte gemeinsam mit Katar und Ägypten die Waffenruhe, um dem seit zwei Jahren andauernden Krieg in dem palästinensischen Gebiet ein Ende zu setzen.
Im Januar erklärte Washington, man gehe zur zweiten Phase des Friedensplans über. Diese sieht die Entwaffnung der Hamas vor. Ihr beispielloser Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte die massive Gegenoffensive ausgelöst.
Der Plan fordert zudem einen schrittweisen Rückzug der israelischen Streitkräfte und die Entsendung einer internationalen Stabilisierungstruppe.
In der ersten Phase der Feuerpause kamen die letzten Geiseln frei, die im Oktober 2023 verschleppt worden waren. Im Gegenzug entließ Israel inhaftierte Palästinenser aus seinen Gefängnissen.
Der Übergang zur zweiten Phase stockt jedoch seit Wochen. Sie umfasst die Entwaffnung der Hamas und einen schrittweisen Abzug der israelischen Armee, die noch immer mehr als 50 Prozent des Streifens kontrolliert. Zugleich richtet sich die internationale Aufmerksamkeit derzeit vor allem auf Iran und die Straße von Hormus.
Weiter heißt es in dem Bericht, die Entwaffnung der Hamas sei entscheidend. Nur so könne der Wiederaufbau beginnen, ein zeitlich begrenzter Rückzug der israelischen Streitkräfte einsetzen und ein glaubwürdiger Weg zu palästinensischer Selbstbestimmung und einem eigenen Staat entstehen.