Ein mutmaßlich desertierter nordkoreanischer Soldat hat die streng gesicherte entmilitarisierte Zone überwunden und wurde in Südkorea festgesetzt. Die Behörden prüfen nun die Hintergründe des Grenzübertritts.
Ein mutmaßlich desertierter nordkoreanischer Soldat hat am Dienstag die koreanische entmilitarisierte Zone überquert und ist nach Südkorea gelangt. Dort nahmen ihn die Behörden in Gewahrsam.
Der Generalstab Südkoreas erklärte laut der Nachrichtenagentur Yonhap, das Militär habe am Dienstagabend im zentralen Frontabschnitt einen nordkoreanischen Soldaten festgesetzt. Die zuständigen Behörden untersuchen nun die Hintergründe.
Die entmilitarisierte Zone ist mit Stacheldraht, Minenfeldern und einem dichten Überwachungssystem gesichert. Sie gilt als eine der am stärksten bewachten Grenzen der Welt.
Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998 sind nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums mehr als 34.000 Nordkoreaner in den Süden geflohen, darunter 899 Armeeangehörige.
Im Jahr 2025 flohen nach Angaben des Ministeriums 223 Nordkoreaner. Rund 89% von ihnen waren Frauen.
Die rund 26 Millionen Einwohner Nordkoreas leben weitgehend abgeschottet vom Rest der Welt. Viele leiden unter Armut und Nahrungsmittelknappheit. Die Isolation des Landes wird oft mit dem staatlichen Leitprinzip "Juche" in Verbindung gebracht, der Ideologie der Selbstständigkeit, nach der Nordkorea politisch unabhängig sowie wirtschaftlich und militärisch möglichst autark sein soll.
Dennoch sucht Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, der nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Jahr 2011 an die Macht kam, in den vergangenen Jahren verstärkt die Nähe zu Moskau und Peking.