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Champagner-Lese: warum die Ernte schon Mitte August beginnt

Ein Weinleser pflückt Chardonnay-Trauben in einem Rebberg des Weinguts Gobillard in Hautvillers in der Champagne (Frankreich) am Dienstag, 18. August 2026.
Ein Erntehelfer liest Chardonnay-Trauben im Weinberg Gobillard in Hautvillers in der Champagne in Frankreich, am Dienstag, 18. August 2026. Copyright  Aurelien Morissard/Copyright 2026 The AP. All rights reserved
Copyright Aurelien Morissard/Copyright 2026 The AP. All rights reserved
Von Jean-Philippe Liabot & AFP et AP
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In der Champagne haben Winzer schon Mitte August mit der Lese begonnen – für einige ein Novum. Hitze und Trockenheit ließen die Trauben rasch reifen und zwingen die Produzenten, ihre Routinen anzupassen.

In der Champagne ist der Kalender aus dem Takt geraten. In den Hängen von Hautvillers sind die Erntehelfer schon im Einsatz, obwohl der August noch nicht vorbei ist. In diesem Jahr haben die offiziellen Lese-Termine je nach Lage und Rebsorte zwischen dem zwölften und dem 17. August begonnen. Eine außergewöhnlich frühe Lese, die den Wandel des Klimas in der Region deutlich macht.

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Für Alexandre Gobillard, Produktionsleiter des Hauses Gobillard & Fils, war so ein früher Start früher unvorstellbar.

Ich arbeite seit 30 Jahren auf dem Betrieb, und als ich angefangen habe, sagte mein Vater immer: ‚Am 15. August, fahr in Urlaub.‘ Heute haben wir den 18. August und wir sind mitten in der Lese. Das habe ich noch nie erlebt.“ erzählt er.

Die Wärme hat die Reife der Trauben stark beschleunigt. Nach einem Frost Ende März – auch das ein Novum – erlebte die Champagne mehrere Hitzewellen und eine ausgeprägte Trockenheit. In Teilen der Region kletterten die Temperaturen im Juni auf 40 °C.

Die Trockenheit hat die Zucker in den Beeren zusätzlich konzentriert. Die Winzer müssen die Reife daher sehr genau im Blick behalten, um das richtige Gleichgewicht zu finden und einen ausreichend frischen, feinen Champagner zu erzeugen.

Ein wenig weiter östlich, in Tours-sur-Marne, ist die Lage ähnlich. Die Betreiberin der Weinberge, Ophélie Lapie-Lamiable, stellt fest, dass sich die Lese seit rund 20 Jahren, vor allem seit der Hitzewelle 2003, systematisch nach vorn verschiebt – und dass man sich wohl daran gewöhnen muss.

2003 bleibt in den Annalen, wir erinnern uns alle daran. Es war übrigens das erste Jahr, in dem wir in der Champagne Ende August gelesen haben. Seit 2003 haben wir mindestens zehnmal Ende August gelesen, und 2026 wird vermutlich ebenfalls in die Annalen eingehen – wegen des Frosts, wegen der frühen Lese. Vielleicht sagen wir uns in 20 Jahren, dass eine Lese am 15. August eigentlich fast normal ist.“ erklärt Ophélie Lapie-Lamiable, Geschäftsführerin des Champagnerhauses Lamiable.

Champagner in einem Glas.
Champagner in einem Glas. AP Photo

Champagne-Klimawandel: Winzer passen sich um jeden Preis an

Die Entwicklung zwingt die Branche schon jetzt, über neue Anbaumethoden und Rebsorten nachzudenken, die dem Klimawandel besser standhalten. Sie erschwert auch die Organisation der Lese, die traditionell von Hand erfolgt. Tausende Saisonkräfte müssen untergebracht und mitten in der Ferienzeit oft bei großer Hitze zu den Weinbergen gebracht werden.

Auf den Weinbergen sind die ersten Beobachtungen dennoch ermutigend. Nun bleibt abzuwarten, wie sich diese Turbolese in der Flasche niederschlägt.

In den Kellern sind die Trauben bereits gepresst. Die ersten Bläschen dieses sehr frühen Jahrgangs beginnen sich zu bilden. Erst in einigen Jahren wird sich zeigen, ob sie ihre Versprechen halten und als großer Jahrgang gelten.

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