US-Finanzminister Scott Bessent droht auch den Staaten, die mit Iran Handel treiben: "Wer Geldwäsche für Iran ermöglicht, fliegt aus dem Dollar-System“.
Die USA starten eine Kampagne gegen Iran, die sie "Operation Economic Outcast" nennen. Washington will damit Irans finanzielle Lebensadern kappen – mitten im laufenden Iran-Krieg. Zuvor war auch von einem "ökonomischen D-Day" die Rede.
Bei einer Pressekonferenz in der US-Hauptstadt skizzierte Finanzminister Scott Bessent eine neue, seinen Worten zufolge "beispiellose Kampagne" gegen Iran und seine Unterstützer. Er sprach von einem "wirtschaftlichen Angriff", der das iranische Regime isolieren solle.
"Das Finanzministerium hat jeden Knotenpunkt, jeden Vermittler und jedes Netzwerk erfasst, mit dem Iran Öl schmuggelt und Sanktionen umgeht", sagte Scott Bessent. „Ab heute werden die Maßnahmen des Finanzministeriums und anderer Behörden die Schlinge enger ziehen und jede mögliche Einnahmequelle blockieren, die die Revolutionsgarden (IRGC) und das böse iranische Regime finanzieren."
"Jede Organisation, die für Iran Geldwäsche erleichtert, wird aus dem US‑Dollar‑System ausgeschlossen“, so der US-Finanzminister.
US‑Präsident Trump nimmt nun Kontakt zu nicht näher genannten Staats- und Regierungschefs auf und fordert sie dazu auf, die Zusammenarbeit mit Iran zu beenden, ergänzte Bessent.
Im Rahmen der Offensive teilte das Finanzministerium am Montag mit, es ziele zudem auf "fünf zentrale Sektoren" ab: "digitale Vermögenswerten, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt –, die das iranische Regime nutzt, um seine schwächelnde Wirtschaft zu stützen“.
Bessents Darstellung nach steht Iran nun „"or einer sehr klaren Wahl“.
"Entweder vollständige globale Isolation und eine reine Subsistenzwirtschaft oder ein Weg zurück zur Normalität mit der Chance, wieder in die Weltwirtschaft zurückzukehren.“
Irans Wirtschaft war schon vor dem Krieg stark angeschlagen.
Teherans Entscheidung
Bessents Warnung erfolgt rund sechs Monate, nachdem US‑amerikanische und israelische Angriffe auf Iran den Beginn des Kriegs in der Region einläuteten. Die Regierung Trump erklärt, sie wolle damit sicherstellen, dass Iran niemals eine Atomwaffe erlangt.
In den vergangenen Monaten ist der Konflikt weitgehend in einem Patt erstarrt. Verhandlungen stocken, zugleich verschärft sich der Streit um die Kontrolle über die Straße von Hormus.
Die strategische Wasserstraße ist ein entscheidender Engpass für Öl- und Gasexporte. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. In den Gesprächen zwischen Washington und Teheran bleibt sie ein zentraler Streitpunkt: Beide Seiten beanspruchen die Kontrolle über die Passage für sich.