Auf Fragen eines rechtspopulistischen britischen Senders zur Lage in Ceuta kritisierte der US-Präsident erneut Spanien und dessen NATO-Ausgaben. Anfang Juli hatte er sich noch zufrieden über höhere spanische Militärausgaben gezeigt.
Es war nicht das erste Mal und vermutlich auch nicht das letzte, dass Donald Trump Spanien in einem Interview oder auf einer Pressekonferenz attackiert. Der republikanische US-Präsident verschärft seine Rhetorik nach seinen jüngsten Äußerungen zur Krise in Ceuta, die er am 31. Juli während des massenhaften Migrantenansturms in der spanischen Exklave gemacht hatte. In einem Interview mit dem britischen rechtsradikalen Sender "GB News" nannte er die iberische Nation nun ein "ruiniertes Land".
"Ich habe Probleme mit Spanien, weil es sich gegenüber der NATO nicht besonders gut verhält und nicht zahlt, was es zahlen sollte", erklärte Trump der Interviewerin Bev Turner. "Was dort passiert, ist sehr traurig", fügte er mit Blick auf die Lage in der Autonomen Stadt Ceuta hinzu.
Im Juli hatte er nach einem NATO-Gipfeltreffen in Ankara, einige Wochen vor der Ceuta-Krise, sichtlich zufrieden mit der Steigerung der spanischen Militärausgaben gewirkt. Für 2025 ist ein Plus von 50 Prozent vorgesehen, wie das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut SIPRI berechnet. Das entspräche rund 34.265 Milliarden Euro und damit 2,1 % des Bruttoinlandsprodukts. Erstmals seit drei Jahrzehnten würde Spanien damit die Marke von 2 % überschreiten.
"Ich muss sagen, ich hatte Probleme mit Spanien und habe sie noch immer, aber heute hat sich das Land vollständig rehabilitiert. Spanien war heute sehr großzügig… sie sind einer wichtigen Zahlungsforderung nachgekommen, und hätten sie das nicht getan, hätten wir nicht einmal mit ihnen gesprochen", erklärte er damals an Bord der Air Force One auf dem Rückflug nach Washington nach dem NATO-Treffen in der Türkei.
Doch in einer seiner typischen rhetorischen Kehrtwenden, die andere Staats- und Regierungschefs gut kennen, ging Trump im Gespräch mit "Fox News" kurz darauf Spanien wieder an, als er zur Krise in der afroeuropäischen Exklave Ceuta befragt wurde. "Erinnern Sie sich an diese Bilder. So wird es bei uns in drei Jahren aussehen, wenn die falsche Seite gewinnt", sagte er damals.