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Reise nach Asien: Warum fliegen Kanzler Merz und Präsident Steinmeier nicht zusammen?

Kanzler Friedrich Merz reist diese Woche nach Asien - Symbolbild
Kanzler Friedrich Merz reist diese Woche nach Asien - Symbolbild -  Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper & Euronews mit AP
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An diesem Montag brechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz zu Auslandsreisen nach Asien auf, aber sie sind nicht zusammen unterwegs.

Friedrich Merz startet an diesem Montag für den Rest der Woche seine bisher längste Auslandsreise. Es ist bereits die dritte Asien-Reise des Kanzlers. Im vergangenen Januar hatte der Regierungschef zunächst Indien, das bevölkerungsreichste Land der Welt, besucht, und war dann im Februar nach China gereist. Jetzt besucht er Singapur, Japan und Südkorea.

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Schon bevor der CDU-Chef zum diesem dritten Besuch seiner Amtszeit in Asien aufbricht, fliegt SPD-Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier - ebenfalls an diesem Montag - nach China. Aber die beiden deutschen Politiker reisen nicht zusammen. Warum eigentlich nicht?

Steinmeier reist "als Europäer" nach China

Steinmeier reise "nicht nur als deutsches Staatsoberhaupt nach China, sondern als Europäer", verlautet aus dem Präsidialamt in Berlin. Der Bundespräsident habe über den Besuch mit EU-Handelskommissar Maros Sefcovic beraten und die China-Reise eng mit Bundeskanzler Merz abgestimmt.

Begleitet wird Steinmeier von der SPD-Politikerin Katarina Barley, sie ist Vizepräsidentin des Europaparlaments. Mit dabei nach China sind auch Peter Leibinger, der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, und Dirk Jandura, der Chef Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen, aber keine Wirtschaftsdelegation mit Vertretern deutscher Unternehmen.

Die EU hat gerade ausgehandelt, dass China seine Exporte von Hybridfahrzeugen nach Europa reduziert. Konkrete Wirtschaftsdeals stehen nicht auf der Agenda von Steinmeiers China-Besuch. "Ungleichgewichte" bei den Wirtschaftsbeziehungen zu Peking müssten abgebaut werden, heißt es aus Steinmeiers Büro.

China war 2025 mit 8,6 Prozent des Außenhandelsvolumen wieder der wichtigste Partner Deutschlands. Deutschland importierte 2024 Waren im Wert rund 156,2 Milliarden Euro aus China, während Deutschland Waren im Wert von rund 89,9 Milliarden Euro nach China exportierte. Vor allem der Export deutscher Autos nach China ist allerdings zuletzt eingebrochen, während China 2026 fast eine Million Autos nach Europa exportieren könnte.

Friedrich Merz besucht gleichgesinnte Partner

Friedrich Merz setzt bei den Handelsbeziehungen Deutschlands zu Asien auf "Diversifizierung", was bedeutet, dass - wie laut Plänen der EU - die Abhängigkeit von China abgebaut werden soll. Deshalb reist der Kanzler nach Singapur, Japan und Südkorea. Überall geht es um die Wirtschaft und - wie schon beim "Invest in Germany Gipfel" in Berlin - auch um künstliche Intelligenz.

Die Probleme mit China, mit Donald Trump in den USA und mit Wladimir Putin in Russland umschreibt das Kanzleramt vor Merz' Asien-Reise mit den Worten, der Kanzler reise "in einem außen- und sicherheitspolitisch schwierigen Umfeld gezeichnet von Großmachtpolitik, von der Erosion internationaler Ordnung und von technologischen Revolutionen".

Dabei sind die Reiseziele des Kanzlers westlich orientierte Länder, die daran interessiert sind, dass die internationale Ordnung weiterhin respektiert wird. In Zeiten autoritär auftretender Staatschefs ist das nicht mehr selbstverständlich.

In Singapur trifft Friedrich Merz den Premierminister sowie den Präsidenten, und er will im Rahmen der Singapore Lecture - wie schon Angela Merkel 2011 - eine Rede zur Außenpolitik halten.

In Japan nimmt der Kanzler am 28. Oktober am German-Japanese Business Summit teil. Und am Freitag eröffnet er in Südkorea die 19. Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft in Seoul.

Und Friedrich Merz will sich die Pufferzone zu Nordkorea anschauen, denn Südkoreas Politik belastet die historisch enge Beziehung zum autoritären Nachbarn, der Russland im Ukraine-Krieg unterstützt.

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