Das polnische InPost bekommt einen neuen Eigentümer: Der polnische Marktführer für Kurierdienste wurde verkauft. Das teilte Unternehmenschef Rafał Brzoska mit, der das Unternehmen weiterhin führen wird.
InPost gehört zu den größten privaten Anbietern auf dem polnischen Markt für Kurier- und Logistikdienste.
Bekannt wurde das Unternehmen vor allem durch die Entwicklung und Einführung der Paketautomaten unter dem geschützten Namen "Paczkomat", die ausschließlich für Automaten des InPost-Systems verwendet wird.
Der Dienst hat sich in Polen stark etabliert. Das Grundprinzip der Paketstationen, an denen Sendungen aufgegeben und abgeholt werden können, wurde deswegen inzwischen auch von Wettbewerbern übernommen.
Was bedeutet der Verkauf?
"Die Transaktion wird es uns ermöglichen, die nächste Entwicklungsphase von InPost voranzutreiben, einschließlich der weiteren Expansion auf europäischen Märkten", erklärte Unternehmensgründer Rafał Brzoska in einer Stellungnahme.
Die Zusammenarbeit mit dem Investorenkonsortium verschaffe InPost-Zugang zu Fachwissen, Stabilität und Ressourcen. Die beteiligten Partner kennten das Geschäft und die Branche sehr genau und verfügten über einen langfristigen Investitionshorizont, der nachhaltiges Wachstum ermögliche.
Brzoska bleibt Vorstandsvorsitzender, Polen bleibt Zentrale Brzoska betonte zugleich, dass sowohl er selbst als auch die Entscheidungsstrukturen und der Unternehmenssitz in Polen verbleiben.
"Ich werde die InPost-Gruppe weiterhin mit vollem Engagement führen. Unser Hauptsitz, das Managementteam und unsere zentralen Innovationskompetenzen bleiben in Polen, das auch künftig das Zentrum unserer strategischen Umsetzung sein wird", erklärte der InPost-Chef.
Mit Unterstützung der neuen Partner wolle man das volle Potenzial des Unternehmens ausschöpfen und die Position als führender Anbieter innovativer E-Commerce-Dienstleistungen in Westeuropa weiter ausbauen, so Brzoska.
Expansion über Polen hinaus
InPost ist inzwischen auch international aktiv. In Großbritannien übernahm das Unternehmen im vergangenen Jahr 95,5 Prozent des Logistikdienstleisters Yodel.
Darüber hinaus ist InPost in mehreren weiteren europäischen Ländern präsent: Paketsendungen aus Polen sind unter anderem nach Italien, Frankreich, Belgien, in die Niederlande, nach Luxemburg, Spanien und Portugal möglich.
Der neue Anteilseigner ist im Kern FedEx. Vor Bekanntgabe der Transaktion befand sich InPost im Besitz der PPF Group, von A&R Investments, einem Fonds von Rafał Brzoska, sowie von Advent International. Die verbleibenden gut 50 Prozent der Anteile lagen bei weiteren Aktionären.