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Rekordjahr für Airbus – doch Washington setzt weiter auf Boeing als Heimteam

Archivaufnahme: Ein Airbus A380 startet zu einem Demonstrationsflug auf der Paris Air Show. Die Maschine hebt am Flughafen Le Bourget nördlich von Paris am 18. Juni 2015 ab.
ARCHIV: Ein Airbus A380 startet zu einem Demonstrationsflug auf der Paris Air Show am Flughafen Le Bourget nördlich von Paris, Donnerstag, 18. Juni 2015. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
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Airbus glänzt mit hohen Gewinnen und prall gefüllten Auftragsbüchern. Gleichzeitig sichert sich Boeing dank Rückendeckung aus Washington riesige Auslandsaufträge.

Airbus hat gerade ein Rekordjahr hingelegt, doch in Washington weht der politische Wind weiterhin zugunsten von Boeing.

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US-Präsident Donald Trump setzt noch stärker auf die heimische Industrie und höhere Verteidigungsausgaben. Europas Luftfahrtmanager verfolgen das sehr genau.

Für Airbus stimmen die Zahlen. Sie sind sogar beneidenswert. Die Gruppe lieferte im Jahr zweitausendfünfundzwanzig 793 Verkehrsflugzeuge aus, steigerte den Umsatz um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro und erzielte ein bereinigtes operatives Ergebnis von sieben Komma eins Milliarden Euro.

„Zweitausendfünfundzwanzig war ein Meilenstein: sehr starke Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen in allen Sparten, Rekordergebnisse und wichtige strategische Fortschritte“, erklärte Konzernchef Guillaume Faury in einer Mitteilung.

„Wir haben uns erfolgreich in einem komplexen, dynamischen Umfeld behauptet und unsere angepasste Prognose erreicht“, fügte er hinzu.

Die Feierlaune wird jedoch gedämpft: Probleme in den Lieferketten, transatlantische Spannungen und Engpässe bei Triebwerken belasten das Geschäft, alles altbekannte Faktoren.

Der Konzern schloss das Jahr mit einem Nettogewinn von fünf Komma zwei Milliarden Euro ab und will eine Dividende von drei Euro zwanzig je Aktie ausschütten. Der freie Cashflow vor Kundenfinanzierung lag bei vier Komma sechs Milliarden Euro.

Die Airbus-Aktie gab am Donnerstagnachmittag um rund sechs Komma neun Prozent nach und notierte bei 186,9 Euro.

Der Druck auf die Produktion nimmt zusätzlich zu, weil Trump Boeing-Jets als Bestandteil umfassender Handels- und Diplomatiepakete aggressiv bewirbt.

Nach Angaben des US-Handelsministeriums kletterte das Volumen staatlich unterstützter Auslandsaufträge im Jahr zweitausendfünfundzwanzig auf 244 Milliarden Dollar (206 Milliarden Euro). Ein wesentlicher Treiber: Die Netto-Bestellungen bei Boeing stiegen von 377 auf 1.075 Flugzeuge.

Diese Agenda zeigt sich in spektakulären Ankündigungen bei hochrangigen Besuchen: Qatar Airways bestellte Langstreckenjets im Wert von 96 Milliarden Dollar (81 Milliarden Euro), vorgestellt während Trumps Reise in den Golf. Vietnamesische Fluggesellschaften unterzeichneten in dieser Woche bei einem Washington-Besuch im Rahmen von Handelsgesprächen weitere Boeing-Verträge über 30 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro).

Starke Nachfrage, hartnäckige Engpässe

Doch hinter den guten Schlagzeilen ringt Airbus weiter mit Teilemangel, vor allem bei Triebwerken für die erfolgreiche A320-Familie.

Für zweitausendsechsundzwanzig peilt der Konzern rund 870 Auslieferungen an und ein bereinigtes operatives Ergebnis von etwa sieben Komma fünf Milliarden Euro, vorausgesetzt, es gibt keine größeren Störungen im Handel oder in den Lieferketten.

Aber die Triebwerkslage bremst die Produktion weiter deutlich und zwingt das Unternehmen, seine Hochlaufpläne anzupassen.

„Die weltweite Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen trägt unseren laufenden Produktionshochlauf, den wir trotz erheblicher Triebwerksengpässe bei Pratt & Whitney stemmen“, sagte Faury.

Der Airbus-Chef wurde in der Mitteilung vom Donnerstag ungewöhnlich deutlich. Er warf dem US-Zulieferer vor, vertragliche Zusagen nicht einzuhalten, eine scharfe Wortwahl in einer Branche, die auf langfristige Partnerschaften baut.

Rekordauftragsbestand, alte Rivalität

Im großen Bild bleibt die Nachfrage hoch. Airbus verbuchte im Jahr zweitausendfünfundzwanzig Bruttobestellungen über 1.000 Flugzeuge; der Auftragsbestand zum Jahresende lag bei 8.754 Jets, damit ist die Produktion für Jahre ausgebucht.

Der Auftragseingang im Konzern stieg auf 123,3 Milliarden Euro, der gesamte Auftragsbestand erreichte zum Jahresende 619 Milliarden Euro.

Das verschafft Airbus eine starke geschäftliche Position, obwohl sich die politischen Rahmenbedingungen ändern.

Rekordgewinne sind schön. Doch sie nützen wenig, wenn das Weiße Haus offen für den Rivalen Partei ergreift.

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