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Wer würde den digitalen Euro nutzen? Neun Länder im EU-Vergleich

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Von Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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Zu den Vorteilen des künftigen digitalen Euro, der 2029 eingeführt werden soll, gehören geringere Gebühren und mehr Sicherheit. Allerdings ist die Skepsis unter den Bürgerinnen und Bürgern weit verbreitet.

DieEuropäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt hat 2021 mit der Schaffung des digitalen Euro, dem elektronischen Gegenstück zum Bargeld, begonnen. Seitdem ist das Projekt in seinen Grundzügen definiert und wartet nur noch auf das grüne Licht des EU-Parlaments.

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Nach der Einführung der digitalen Währung werden alle die Möglichkeit haben, bei einer Bank oder einem anderen Zahlungsdienstleister ein Konto in digitalen Euro zu eröffnen, die direkt von der Europäischen Zentralbank ausgegeben werden.

Das neue System soll dazu dienen, Zahlungen schneller und sicherer zu machen und so die Abhängigkeit von privaten Kreisläufen und großen internationalen Plattformen zu verringern.

Digitaler Euro: Sicherheitssegen oder -risiko?

Nachdem die EU-Kommission und der EU-Rat grünes Licht gegeben haben, wird die Debatte in den europäischen Institutionen allerdings weiterhin hitzig geführt. Es wird erwartet, dass das Europäische Parlamentbis Ende des Jahres eine endgültige Entscheidung zu diesem Thema trifft.

Nach einer ersten Testphase im Jahr 2027 sollte der digitale Euro bis 2029 das Licht der Welt erblicken.

Zuletzt hatte sich auch Deutschlands Finanzminister Lars Klingbeil bei einem Treffen in Brüssel für eine möglichst rasche Einführung der digitalen Währung in der Eurozone ausgesprochen.

Piero Cipollone, Mitglied des EZB-Direktoriums, sprach kürzlich bei einer Anhörung im italienischen Senat von "Fortschritten bei dem Projekt sowohl in technischer als auch in rechtlicher Hinsicht". "Wir setzen die Vorbereitungen fort", sagte Cipollone, "und bauen die notwendigen technischen Kapazitäten auf, bevor eine Entscheidung über die Emission getroffen wird".

Girokonto direkt bei der Europäischen Zentralbank

Professor Nicola Borri von der Universität Luiss in Rom erläutert: "Es wird sehr ähnlich wie eine Zahlungskarte funktionieren, mit der man in jedem Geschäft bezahlen kann. Der große Unterschied besteht darin, dass man seine Ersparnisse nicht mehr ausschließlich bei einer Geschäftsbank hat, sondern ein eigenes Konto direkt bei der Europäischen Zentralbank".

Borri betont, dass die Art und Weise, wie Zahlungen getätigt werden, und die verwendete Technologie sehr wichtig sind.

"Zahlungen und alles, was passiert, sobald wir unsere Karte benutzen, wird nicht mehr über private Zahlungssysteme laufen - die derzeit von großen amerikanischen Unternehmen wie Visa oder Mastercard betrieben werden - sondern über das Zahlungssystem der Europäischen Zentralbank und aller anderen nationalen Zentralbanken".

Der digitale Euro, die Vorteile

Laut Borri hat die Verwendung des digitalen Euro vor allem drei Vorteile.

"Erstens befreit das neue System die Bürgerinnen und Bürger von einem Zahlungssystem, das aufgrund seines Monopols im derzeitigengeopolitischen Kontext ein leichtes Druckmittel darstellt", sagt der Wirtschaftsprofessor.

"Darüber hinaus wird die für den digitalen Euro konzipierte Infrastruktur geringe Transaktionskosten und damit extrem niedrige Provisionenhaben".

"Drittens", so Borri, "wird das digitale Euro-Zahlungssystem nach den höchsten Sicherheitsstandards konzipiert und sollte daher extrem sichersein."

"Mit Sicherheit", erläutert der Experte, "meinen wir die Rückverfolgbarkeit der Zahlung, die verhindert, dass jemand in den Besitz der Kreditkarte gelangt, und größere Garantien bei der täglichen Verwendung durch die Verbraucher".

Finanzielle Stabilität als Priorität der EZB

Dies ist laut Borri ein entscheidender Punkt, denn als die EZB begann, über den digitalen Euro zu sprechen, waren die Geschäftsbanken zunächst besorgt.

Ihre Besorgnis bezog sich auf die Art der Finanzierung durch Einlagen, insbesondere wenn diese Einlagen auf EZB-Girokonten übertragen werden.

Die EZB, so erklärt der Experte, hat nicht nur geldpolitische Ziele, sondern auch die Stabilität des Finanzsystems und seine wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Der Plan für Konten, die direkt bei der EZB geführt werden, sei noch nicht abgeschlossen, stellt der Professor klar, sehe aber genaue Grenzen vor. "Insbesondere", so bemerkte er, "werden diese Konten für Bürger und Unternehmen eine Obergrenze haben und keine hohen Beträge erreichen können".

"In den gegenwärtigen Diskussionen", seien Zahlen im Umlauf, die sich später sicherlich ändern werden, es "ist von etwa 3.000 Euro die Rede, es werden also kleine Konten sein."

Die meisten Sparguthaben, so Borri, werden weiterhin bei den Geschäftsbanken verbleiben, gerade um einen direkten Wettbewerb mit dem traditionellen Bankensystem zu vermeiden.

Skepsis gegenüber dem digitalen Euro

Die meisten Menschen in Italien scheinen der Verwendung des neuen E-Geldes allerdings immer noch skeptisch gegenüberzustehen. Viele, die wir auf den Straßen der Hauptstadt befragt haben, wissen wenig oder gar nichts über die tatsächliche Verwendung des digitalen Euro und gaben zu, noch nie davon gehört zu haben.

Laut einer von Money.it im vergangenen Oktober durchgeführten Umfrage erklärten nur 24 % der Befragten, dass sie bereit seien, digitales Geld zu verwenden.

Eine Umfrage in neun europäischen Ländern zeigt des Unternehmens BearingPoint, dass auch andere EU-Staatsbürger eher skeptisch eingestellt sind. Während digitale Bezahlverfahren in vielen Ländern bereits dominieren, lässt sich, insbesondere im deutschsprachigen Raum, das Bargeld noch immer als bevorzugtes Zahlungsmittel erkennen: 73 Prozent nutzten im vergangenen Jahr bevorzugt Bargeld. Bei den österreichischen Nachbarn waren es 71 Prozent.

Trotzdem ist Österreich laut dieser Umfrage aus dem Februar 2026 auch das Land mit der größten Bereitschaft zur Nutzung des digitalen Euros. Der Anteil beläuft sich auf rund 40 Prozent, im Durchschnitt hätte jeder dritte Europäer Interesse, doch 42 Prozent der befragten Europäer sind unentschlossen.

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