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Ölpreis fällt unter 80 Dollar: OECD-Lager so niedrig wie seit 1990 nicht

Archivfoto: Leere Öltanks in einer großen BP-Raffinerie in Gelsenkirchen, Deutschland, am ersten April 2026.
Archivfoto: Leere Öltanks stehen in einer großen BP-Raffinerie in Gelsenkirchen, Deutschland, am Mittwoch, dem ersten April 2026. Copyright  AP Photo/Martin Meissner
Copyright AP Photo/Martin Meissner
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Ölpreis ist auf unter 80 Dollar je Barrel gefallen. Anleger setzen darauf, dass die Blockade der Straße von Hormus endet. Laut IEA sind die strategischen Reserven der Industrieländer so niedrig wie seit 1990 nicht mehr.

Die Ölpreise sind am Mittwoch weiter gefallen. Die Nordseesorte Brent rutschte erstmals seit Anfang März unter 80 Dollar je Barrel. An den Märkten herrscht Zuversicht nach der Grundsatzeinigung zwischen den USA und dem Iran, die die Straße von Hormus voraussichtlich bis zum Ende der Woche wieder öffnen soll.

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Die Aussicht auf wieder laufenden Verkehr durch die Meerenge nimmt die Sorge vor länger anhaltenden Ausfällen von Energieexporten aus dem Golf. Die Region ist ein zentrales Liefergebiet für Rohöl und verflüssigtes Erdgas.

Damit könnte die nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) größte Angebotsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts zu Ende gehen.

IEA: Ölvorräte in OECD-Staaten auf tiefstem Stand seit 1990

Die vorläufige Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die strategischen Ölreserven der Industriestaaten so niedrig sind wie seit 1990 nicht mehr, teilte die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch mit. Regierungen greifen weiter auf Notreserven zurück, um Ausfälle durch den Golf-Konflikt abzufedern.

Zugleich warnte die Behörde, der Konflikt bremse auch den Verbrauch.

Im Ölmarktbericht für Juni senkte die IEA ihre Prognose für die weltweite Nachfrage. Der Verbrauch dürfte demnach bis einschließlich 2026 zurückgehen. Höhere Preise für Treib- und Brennstoffe sowie Lieferausfälle dämpfen die Nachfrage. Ab 2027 rechnet die Agentur wieder mit Wachstum, wenn sich Handelsströme normalisieren und sich die Konjunktur aufhellt.

Trotz der Verständigung mahnt die IEA jedoch zur Vorsicht. Das Ölangebot werde sich wohl nicht sofort erholen. Minen werden nur langsam geräumt, und Schifffahrtsrouten bleiben gestört, auch wenn die Übergangsvereinbarung zwischen USA und Iran die Ölausfuhren aus dem Nahen Osten stützt.

Ölpreise brechen ein: Märkte setzen auf US-Iran**-Abkommen**

Die internationalen Referenzpreise gaben kräftig nach. Händlerinnen und Händler setzen darauf, dass US-Präsident Donald Trump sein Versprechen einhält, die Meerenge bis Freitag vollständig zu öffnen und den Transit gebührenfrei zu stellen.

Brent zur Lieferung im kommenden Monat kostete gegen zehn Uhr MEZ 79 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI lag zur selben Zeit bei 76 Dollar. Die europäischen Erdgaspreise wurden am Mittwochmorgen unter 42 Euro je Megawattstunde gehandelt.

Der Brent-Preis ist von mehr als 100 Dollar vor wenigen Wochen deutlich gefallen. Allein im vergangenen Monat brach er um über 33 Prozent ein, weil sich die Markterwartungen schlagartig geändert haben. Dennoch dürfte es Monate dauern, bis die Energiewirtschaft wieder voll ausgelastet ist.

Viele Analystinnen und Analysten bleiben dennoch zurückhaltend. In den Verhandlungen gibt es weiterhin große Hürden, etwa die Frage nach der Zukunft des iranischen Atomprogramms. An der Wall Street hofft man gleichwohl auf eine dauerhafte Lösung eines Konflikts, der die Inflation weltweit angeheizt hat.

Offen ist auch, wie schnell die Produktion in der Region wieder anlaufen kann. Beim verflüssigten Erdgas richtet sich der Blick besonders auf den Industriekomplex Ras Laffan in Katar, den weltweit größten LNG-Exportknoten. Dort soll es Berichten zufolge zu schweren Schäden an Anlagen gekommen sein.

Folgen für Europa

In einer früheren Analyse hat Euronews erläutert, warum die Energiepreise in Europa auch nach einem Kriegsende nicht sofort deutlich fallen dürften, selbst wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet wird.

Europa ist deutlich getroffen, obwohl nur ein kleiner Teil des Öls und Gases direkt durch die Straße von Hormus kommt. Insgesamt importiert die EU jedoch 80–85 Prozent ihres Öls und orientiert sich an internationalen Referenzpreisen, vor allem an der Sorte Brent, die durch die Krise stark verteuert wurde.

„Selbst wenn morgen Frieden wäre, werden wir auf absehbare Zeit nicht zur Normalität zurückkehren“, sagte der EU-Energiekommissar Dan Jørgensen Anfang April.

Damit die Preise im gesamten Block spürbar sinken, müssen auch die Prämien für Kriegsrisikoversicherungen und die Frachtraten für Tanker zurückgehen, denn beide sind zentrale Bestandteile der Lieferkosten für Rohöl.

Die Frachtraten scheinen zwar nicht weiter anzuziehen, von einem deutlichen Rückgang kann jedoch noch keine Rede sein. Mehrere Schifffahrtsberichte zeigen zudem, dass Versicherer erst klare Hinweise auf einen sicheren Betrieb der Meerenge abwarten, bevor sie das Risiko neu bepreisen.

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