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Südkorea investiert KI-Chip-Steuersegen in Infrastruktur, Wohnungen und Jobs

Hyemin Cho, RX-Beraterin bei RLWRLD, spricht in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP in Seoul, Südkorea, am 28. April 2026
Hyemin Cho, RX-Beraterin bei RLWRLD, spricht in Seoul, Südkorea, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP am 28. April 2026. Copyright  AP Photo/Lee Jin-man
Copyright AP Photo/Lee Jin-man
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Südkorea will sprudelnde Steuereinnahmen seiner florierenden KI-Chipindustrie in einen Staatsfonds leiten, der Fabriken, Wohnungen und Jobs für junge Leute fördert.

Die südkoreanische Regierung will die zusätzlichen Steuereinnahmen aus der Rekordkonjunktur der Chipbranche in einen eigenen "Zukunftsreaktionsfonds" einbringen. Das Präsidialamt erklärte, mit dem Geld aus dem KI-Boom solle eine Reihe öffentlicher Projekte finanziert werden – von Industrieinfrastruktur bis zu Programmen für jüngere Generationen.

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Für den Geldsegen sorgen vor allem Samsung Electronics und SK hynix. Deren Speicherchips sind inzwischen ein Kernbaustein der Rechenzentren, die den weltweiten Wettlauf um KI antreiben.

Ihre Rekordgewinne in diesem Jahr treiben die Gesamtwirtschaft an und lassen gleichzeitig die Steuereinnahmen des Staates deutlich wachsen.

Präsidialamtschef Kang Hoon-sik stellte den Plan am Sonntag bei einem Treffen von Regierung und Regierungspartei vor. Der Fonds solle Großprojekte rund um KI und Halbleiter mitfinanzieren. Zugleich soll er Ungleichheit abbauen und jungen Menschen bei Wohnungssuche, Gründung von Start-ups und Jobs helfen.

Kang warnte, der zusätzliche Erlös aus dem Chip-Boom dürfe nicht vergeudet werden. Er sprach von einem entscheidenden Moment für die Zukunft des Landes.

Zur Größenordnung des Fonds nannte die Regierung zunächst keine Zahl. Sie will seine Verwendung auf einer haushaltspolitischen Strategiesitzung in diesem Monat beraten und anschließend die Öffentlichkeit einbeziehen.

In einem Interview mit der Zeitung Dong-A Ilbo kündigte Kang an, ein Teil des Geldes solle in die Versorgungsnetze fließen, von denen Chipfabriken abhängen – vor allem Strom und Wasser.

Chip-Boom spült weiter Geld in die Kassen

Der Geldsegen ist Ausdruck eines außergewöhnlichen Höhenflugs der koreanischen Chiphersteller.

Die Samsung-Aktie legte in der ersten Jahreshälfte um mehr als 170 % zu. Die Papiere von SK hynix stiegen um über 300 %. Beide Konzerne kommen damit inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von mehr als eine Billion Dollar (874 Mrd. Euro).

Samsung wird am Dienstag vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. SK hynix plant, über eine Börsennotierung an der Nasdaq 45 Billionen Won (25,7 Mrd. Euro) einzunehmen.

Beide Unternehmen sind außerdem Teil einer öffentlich-privaten Initiative über 800 Billionen Won (457 Mrd. Euro). Sie wurde in der vergangenen Woche vorgestellt und soll im Südwesten des Landes ein neues Zentrum der Chipproduktion schaffen.

Wie der Geldsegen eingesetzt werden soll, ist zu einem zentralen politischen Streitpunkt geworden.

Im Mai brachte der für die Präsidialpolitik zuständige Beamte Kim Yong-beom Vorschläge ein, das Geld für Start-ups und junge Menschen zu nutzen. Denkbar seien auch ein Grundeinkommen in ländlichen Regionen und Fischereigemeinden sowie zusätzliche Unterstützung für Künstlerinnen und Künstler.

Der Boom stärkt zudem das Selbstbewusstsein der Beschäftigten. Samsung verhinderte im Mai einen größeren Streik, indem der Konzern sich mit seiner größten Gewerkschaft auf eine Bonuszahlung einigte.

Weitere Quellen • AFP

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