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OPEC+ beschließt kleine Fördererhöhung, Ölpreis sinkt auf Vorkriegsniveau

Archivaufnahme: Lagertanks im North-Jiddah-Bulkwerk, einer Aramco-Ölanlage in Dschidda, Saudi-Arabien, am 21. März 2021
Archivfoto: Lagertanks im Aramco-Ölkomplex North Jiddah in Jiddah, Saudi-Arabien, am 21. März 2021. Copyright  AP Photo/Amr Nabil
Copyright AP Photo/Amr Nabil
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Sieben OPEC+-Staaten erhöhen ihre gemeinsame Ölproduktion im August leicht um 188.000 Barrel pro Tag. Der Rohölpreis fällt auf das Niveau von vor dem Iran-Krieg.

Eine Gruppe von sieben OPEC+-Förderländern will ihre Produktion im kommenden Monat zusammen um 188.000 Barrel pro Tag erhöhen. Es ist ein moderater Schritt. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Ölpreis erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs wieder nahe am Vorkriegsniveau liegt.

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Damit weiten die Mitglieder des Bündnisses bereits den fünften Monat in Folge die Ölhähne ein wenig weiter auf.

Die Entscheidung fiel bei einer virtuellen Sitzung. Betroffen sind Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman. Sie setzen damit die schrittweise Rücknahme der freiwilligen Förderkürzungen fort, die dieselben Staaten bereits 2023 angekündigt hatten.

Den größten Anteil tragen Saudi-Arabien und Russland: Beide wollen jeweils 62.000 Barrel pro Tag zusätzlich auf den Markt bringen.

„Die Länder werden die Marktbedingungen weiter beobachten und bewerten. In ihrem fortlaufenden Bemühen um Stabilität auf den Ölmärkten bekräftigten sie die Bedeutung eines vorsichtigen Vorgehens“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Ölpreise: Rückkehr auf Vorkriegsniveau

Hintergrund ist eine bemerkenswerte Kehrtwende am Ölmarkt.

Die Nordsee-Sorte Brent, die als internationale Referenz gilt, lag zum Auftakt des Rohstoffhandels am Sonntagabend unter 72 US-Dollar je Barrel. Damit kostet sie in etwa so viel wie vor den Angriffen der USA und Israels auf Iran Ende Februar. Der Preis liegt deutlich unter den Spitzenwerten von fast 120 Dollar, die im März auf dem Höhepunkt der Krise erreicht wurden.

Die US-Referenzsorte WTI notiert noch niedriger bei rund 68 Dollar je Barrel.

Der Rückgang speist sich aus der Hoffnung auf Frieden. Iran hat sich in einem vorläufigen Memorandum of Understanding bereit erklärt, Schiffe ungehindert durch die Straße von Hormus passieren zu lassen. Im Gegenzug hat Washington die Blockade iranischer Häfen aufgehoben. Dennoch arbeiten die Unterhändler weiter an einer endgültigen Lösung.

Der kommerzielle Schiffsverkehr durch die Meerenge, über die vor Kriegsbeginn etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels lief, nimmt wieder zu. Er liegt jedoch noch deutlich unter dem Niveau vor Ausbruch der Kampfhandlungen. Teheran warnte erst in der vergangenen Woche, dass Tankschiffe, die von den genehmigten Routen abweichen, mit einer „energischen Antwort“ rechnen müssen.

Fördermengen nur auf dem Papier: Lange Erholung des Ölmarkts

Über weite Teile des Kriegs existierten die monatlichen Förderausweitungen des Bündnisses vor allem auf dem Papier.

Da die Straße von Hormus faktisch gesperrt war, mussten die Förderländer im Nahen Osten ihre tatsächliche Produktion stark zurückfahren. Ungeselltes Öl stapelte sich, die Lagerkapazitäten der Region waren bald ausgeschöpft. Die reale Förderung lag daher deutlich unter den offiziellen Quoten des Kartells.

Mit der schrittweisen Öffnung der Meerenge gelangt dieses aufgestaute Angebot nun nach und nach auf den Markt. Das verstärkt den Druck nach unten auf die Preise und wirkt deutlich stärker als die offiziell angekündigten kleinen Schritte.

Die Erholung wird dennoch lange dauern.

Das Analysehaus S&P Global Energy rechnet damit, dass die Ölproduktion in der Golfregion frühestens im ersten Quartal 2027 wieder vollständig auf Vorkriegsniveau liegt. Energieexperten warnen, dass die Spuren des Kriegs bei Spritrechnungen und allgemeinen Lebenshaltungskosten noch lange nach einem möglichen Friedensabkommen spürbar sein werden.

Die sieben Förderländer betonen, sie könnten die geplanten Erhöhungen jederzeit aussetzen oder wieder zurücknehmen, falls sich die Lage ändert. Das Bündnis will am 2. August erneut zusammenkommen.

Weitere Quellen • AP

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