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Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit über drei Jahren nicht

Archivbild: Schweres Gerät und Autos für Bahntransport in Yantai, Provinz Shandong im Osten Chinas vorbereitet. 20. Juni 2026
Archivfoto: In Yantai in der ostchinesischen Provinz Shandong werden schwere Maschinen und Autos für den Bahntransport verladen. 20. Juni 2026 Copyright  (Chinatopix via AP) CHINA OUT
Copyright (Chinatopix via AP) CHINA OUT
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Chinas Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 4,3 Prozent zum Vorjahr – der schwächste Zuwachs seit Ende 2022. Schwache Binnennachfrage und die anhaltende Immobilienkrise dämpfen trotz starker Exporte den Aufschwung.

Chinas Wirtschaft hat im Zeitraum April bis Juni deutlich an Tempo verloren und ist nur noch um 4,3 Prozent im Jahresvergleich gewachsen, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Das ist das geringste Plus seit mehr als drei Jahren.

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Die amtlichen Zahlen blieben hinter den Prognosen zurück und lagen deutlich unter dem kräftigen Wachstum von fünf Prozent im Zeitraum Januar bis März. Das geschah trotz eines Exportbooms, den unter anderem der Höhenflug der Künstlichen Intelligenz und die starke weltweite Nachfrage nach chinesischen Elektrofahrzeugen angetrieben haben.

„Das war das schwächste Wachstum in einem Quartal seit dem vom Lockdown geprägten vierten Quartal 2022“, schrieb Lynn Song, Chefökonomin für Großchina bei der ING-Bank, in einer Analyse.

China hat die breiteren wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Iran bisher weitgehend abgeschüttelt, obwohl die stark gestiegenen Energiepreise die weltweite Inflation anheizen. Die Ausfuhren legten in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um 17,6 Prozent zu; im Juni allein betrug das Plus 27 Prozent, wie Zolldaten zeigen.

Trotz der allgemeinen Abschwächung zeigen die Konsumausgaben einige robuste Signale. Nach Angaben des Nationalen Statistikamts Chinas sind die Einzelhandelsumsätze im Juni im Jahresvergleich um ein Prozent gestiegen. Damit holten sie den Rückgang aus dem Mai auf und übertrafen die Erwartungen. Besonders kräftig legten die Verkäufe von Kommunikationstechnik und Kosmetika zu, während Käufe von Autos und anderen teuren Gütern verhalten blieben.

Auch die Industrieproduktion übertraf die Prognosen. Sie stieg im Juni im Jahresvergleich um 5,3 Prozent und zog damit gegenüber dem Mai an, getragen von einer stärkeren Fertigung.

Warum bremst Chinas Wirtschaft?

Einige Ökonominnen und Ökonomen sehen Chinas Wirtschaft zunehmend aus dem Gleichgewicht. Der Staat und private Anleger stecken viel Geld in Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Computerchips und Robotik. Dagegen bleiben Bereiche wie einfache Fertigung und arbeitsintensive Dienstleistungen zurück.

Die Exporte von Hightech-Produkten wie Elektrofahrzeugen, Computerchips und anderer Elektronik sind deutlich gestiegen. Geholfen haben üppige Staatshilfen, nachdem Chinas Staats- und Regierungschefs die Entwicklung moderner Technologien zur Priorität erklärt haben.

Können Exporte Chinas Wachstum weiter tragen?

China erzielte im vergangenen Jahr einen Rekordüberschuss im Welthandel von 1,2 Billionen US-Dollar (1,05 Billionen Euro). Das sorgt in anderen Staaten für Kritik an den Handelsungleichgewichten mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Viele Regierungen verweisen auf die umfangreichen Staatssubventionen, die zu einem Überangebot an Industrieerzeugnissen führen, das schließlich in den Export geht.

Wie in vielen Ländern weckt auch in China die Ausbreitung von KI und Robotik Sorgen. Viele fragen sich, ob Unternehmen genügend Arbeitsplätze schaffen, um das Wachstum langfristig zu sichern.

China bleibt stark auf seine Ausfuhren angewiesen, um das Wachstum zu stützen. „Chinas Wachstumsmodell ist dadurch immer unausgewogener geworden“, sagte Eswar Prasad, Professor für Volkswirtschaft und Handelspolitik an der Cornell University. Eine deutlich stärkere Binnennachfrage aufzubauen, werde schwierig, solange das Vertrauen so schwach sei, fügte er hinzu.

Ma Shengyong, stellvertretender Leiter des Nationalen Statistikamts Chinas, sagte vor Journalistinnen und Journalisten, angesichts der zunehmend unsicheren Weltlage bleibe das Missverhältnis zwischen starkem Angebot und schwacher Nachfrage im Inland „weiterhin ausgeprägt“.

China wolle sich auf Hightech-Produktion konzentrieren und „hochwertigeres Wachstum“ anstreben, sagte er. Zugleich solle ein starker Binnenmarkt entstehen, und der Staat werde Maßnahmen ergreifen, um die Beschäftigung zu stabilisieren.

Chinas Wirtschaft befinde sich in einem „tiefgreifenden Umbau“, sagte Wei Li, Leiter für Multi-Asset-Investments bei BNP Paribas Securities (China).

Für das Gesamtjahr 2026 haben die chinesischen Staats- und Regierungschefs ein Wachstumsziel von zwischen 4,5 und fünf Prozent gesetzt. Damit peilen sie weniger an als die fünf Prozent des vergangenen Jahres. Für die erste Jahreshälfte meldete das Statistikamt nun ein Wachstum von 4,7 Prozent.

Der Internationale Währungsfonds hat seine Prognose für Chinas jährliches Wachstum kürzlich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent angehoben. Für 2027 erwartet der IWF nur noch ein Plus von 4,1 Prozent.

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