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Europas verkehrsreichste Häfen: Wer schlägt die meisten Güter um?

Ein Foto zeigt Lastwagen, Container und Frachtschiffe am neuen Terminal Maasvlakte im Hafen von Rotterdam in den Niederlanden am Dienstag, den zehnten Dezember 2024.
Aufnahme zeigt Lastwagen, Container und Frachtschiffe am neuen Terminal Maasvlakte im Hafen von Rotterdam in den Niederlanden, Dienstag, der zehnte Dezember 2024. Copyright  Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Seeschifffahrt versorgt Europa mit Lebensmitteln, Energie und Waren. Wegen des Iran-Kriegs stehen Seerouten im Fokus. Euronews zeigt die umschlagstärksten Häfen.

Der Seeverkehr spielt eine zentrale Rolle beim Gütertransport.

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Weltweit transportierten Reedereien 2024 rund 13 Milliarden Tonnen Handelswaren per Schiff. In der EU schlugen die Häfen rund 3,4 Milliarden Tonnen um, das sind 26 % des weltweiten Gesamtvolumens.

Laut dem EU Blue Economy Observatory werden fast 90 % des Warenverkehrs der EU mit Drittstaaten ebenfalls über den Seeweg abgewickelt.

Welche Häfen sind in der EU am stärksten ausgelastet – und welche Länder bewegen die meisten Güter?

Die Schifffahrt lässt sich grob in zwei Bereiche einteilen: Short Sea Shipping und Deep Sea Shipping. Short Sea Shipping umfasst den Transport von Gütern über vergleichsweise kurze Seewege. Deep Sea Shipping steht für lange, interkontinentale Routen über die Ozeane.

In der EU meint Short Sea Shipping nicht nur den Verkehr innerhalb des Staatenbundes. Er schließt auch die Beitrittskandidaten, Island, Norwegen sowie die Regionen rund um Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer ein.

Rotterdam und Antwerpen-Brügge: Europas verkehrsreichste Häfen

Eurostat-Daten für 2024 zeigen: Zwei EU-Städte liegen beim Seeverkehr klar vorn. Rotterdam in den Niederlanden ist mit 397,3 Millionen Tonnen umgeschlagener Güter der mit Abstand größte Hafen.

Antwerpen-Brügge in Belgien folgt mit 243,7 Millionen Tonnen.

Hamburg steht auf Rang drei. Der deutsche Hafen kommt allerdings nur auf 97 Millionen Tonnen und liegt damit deutlich hinter den Spitzenreitern.

Hinter den beiden Spitzenhäfen sinken die Umschlagmengen Schritt für Schritt, die Unterschiede zwischen den Städten bleiben vergleichsweise gering.

Algeciras in Spanien ist mit 81,5 Millionen Tonnen der viertgrößte Hafen. Amsterdam, ein weiterer niederländischer Standort, komplettiert mit 78,8 Millionen Tonnen die Top fünf.

Der verkehrsreichste Hafen Frankreichs belegt EU-weit Platz sechs. HAROPA (Le Havre und Rouen) schlug 2024 insgesamt 76,6 Millionen Tonnen um. Der polnische Hafen Gdańsk folgt mit 71 Millionen Tonnen dicht dahinter.

Auch Marseille gehört mit 66 Millionen Tonnen zu den Top zehn.

Valencia ist ein weiterer stark ausgelasteter Hafen und kommt auf 64,5 Millionen Tonnen.

Rumäniens Hafen Constanța schafft es in die Top zehn

Aus Rumänien steht Constanța ebenfalls in der Spitzengruppe. Der Hafen schlug 57,6 Millionen Tonnen um.

Bei den Häfen auf den Plätzen 11 bis 20 reicht die Bandbreite von 36,8 Millionen Tonnen in Dunkerque in Frankreich bis 55,5 Millionen Tonnen im spanischen Hafen Barcelona.

Der wichtigste italienische Hafen ist Triest mit 53,5 Millionen Tonnen, gefolgt von Genua mit 47,4 Millionen Tonnen.

Sines in Portugal zählt mit 44,1 Millionen Tonnen ebenfalls zu den 20 verkehrsreichsten EU-Häfen. Der griechische Hafen Piräus liegt mit 43,7 Millionen Tonnen knapp dahinter.

Neben Hamburg ist Bremerhaven ein weiterer deutscher Großhafen und kommt auf 42,5 Millionen Tonnen.

Göteborg in Schweden schafft es mit 38,5 Millionen Tonnen ebenfalls in die Top 20.

Zeeland Seaports ist ein weiterer niederländischer Hafenverbund und stärkt die starke Stellung der Niederlande in der EU.

Niederländische Häfen schlagen die meisten Güter um

Nach Ländern betrachtet liegt die Niederlande beim gesamten Güterumschlag ihrer Häfen an der Spitze der EU. Niederländische Häfen bewegten 538,1 Millionen Tonnen.

Italien bringt zwar drei Häfen in die Top 20, landet aber mit 488,6 Millionen Tonnen insgesamt nur auf Rang zwei. Spanien folgt mit 486 Millionen Tonnen fast gleichauf.

Diese drei Staaten setzen sich deutlich vom Rest ab. Belgien auf Platz vier kommt lediglich auf 274,9 Millionen Tonnen.

Frankreich als Mittelmeerstaat bewegt 269,8 Millionen Tonnen und liegt damit knapp hinter Deutschland mit 273,9 Millionen Tonnen.

Auch Griechenland, Schweden und Polen schlagen jeweils mehr als 100 Millionen Tonnen um.

Mit Kandidatenländern: Türkei auf Rang zwei

Wer die EU-Beitrittskandidaten und die EFTA-Staaten mitrechnet, sieht die Türkei mit 524,7 Millionen Tonnen auf Rang zwei. Norwegen belegt mit 212,1 Millionen Tonnen Platz acht.

Die Europäische Kommission betont, dass „der Seeverkehr in Europa in seiner gesamten Geschichte ein Motor für wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand gewesen ist“.

Im März 2026 verabschiedete die Kommission zwei Strategien. Sie sollen die Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Widerstandskraft des gesamten europäischen Wasserverkehrs stärken – von den Häfen über die Schifffahrt bis zum Schiffbau.

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