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Technikkonzerne: bremsen sie den wachsenden Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren?

ARCHIV: Das Google-Rechenzentrums-Gelände in Douglas County in Lithia Springs, Georgia, am Freitag, dem sechsten März 2026.
ARCHIV: Der Google-Rechenzentrumskomplex im Douglas County in Lithia Springs, Georgia, am Freitag, dem sechsten März 2026. Copyright  AP Photo/Mike Stewart, File
Copyright AP Photo/Mike Stewart, File
Von Doloresz Katanich mit AFP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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US-Datenzentren: Widerstand gegen hohen Wasserverbrauch wächst – Techkonzerne setzen auf neue Kühlung, die Wasser spart, aber mehr Strom brauchen könnte.

KI-Boom belastet Wasserressourcen.

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In den USA stoßen Rechenzentren wegen ihres Wasser- und Stromverbrauchs auf immer größeren Widerstand in der Bevölkerung. Die Technologiekonzerne, die Milliarden in solche Anlagen stecken, versprechen zumindest beim Wasser Besserung.

Rechenzentren sind Hallen voller Server, die das Internet und zunehmend auch die künstliche Intelligenz am Laufen halten.

Diese Rechner produzieren große Hitze. Um sie zu kühlen, wird oft viel Wasser benötigt.

Im Jahr 2025 verbrauchten Rechenzentren weltweit nach Berechnungen der Beratungsfirma Rystad Energy 222 Milliarden Liter Wasser allein für die Kühlung.

Ohne Gegenmaßnahmen könnte dieser Wert bis 2030 fast auf 644 Milliarden Liter steigen, schätzt Rystad. Mit gezielten Schritten ließe sich der Anstieg demnach aber auf unter das Doppelte begrenzen.

Der US-Chiphersteller Nvidia erklärte in einem im Juni veröffentlichten Bericht, sein neues System DSX zur Planung und Steuerung von KI-Rechenzentren könne den Wasserverbrauch in manchen Anlagen nahezu auf null senken.

Es ist eine gewagte Aussage, und die Branche steht zunehmend unter Druck, sie auch einzulösen.

Das System von Nvidia setzt auf Kreislaufkühlung. Eine Flüssigkeit strömt direkt durch die Server und so dicht wie möglich an die Chips, die Temperaturen von über 80 °C erreichen können.

Doch weniger Wasser zu verbrauchen hat seinen Preis.

„Zwischen der eingesetzten Wassermenge und dem Energiebedarf für die Temperaturkontrolle gibt es einen ziemlich direkten Zielkonflikt“, sagt Andy Masley, ein unabhängiger Forscher zu KI und Rechenzentren.

Weniger Wasser bedeutet meist mehr Strom. Die Flüssigkeit in den geschlossenen Leitungen muss trotzdem heruntergekühlt werden, häufig mit Luft, die darüber geblasen wird.

Nvidia umgeht einen Teil des Problems, indem der Kühlkreislauf mit relativ warmem Wasser startet: Die Flüssigkeit strömt mit 45 °C in die Server.

Die meisten anderen Kreislaufsysteme arbeiteten 2024 nach Angaben des Uptime Institute, das Rechenzentren zertifiziert, mit etwa 32 °C.

Weil Nvidia mit wärmerem Wasser beginnt, muss das Unternehmen nicht das ganze Jahr über gekühlte Luft in die Serverräume pumpen.

„Einfache Ventilatoren, die die Luft bewegen, reichen oft schon aus“, sagt Josh Parker, Nachhaltigkeitschef bei Nvidia. Manchmal komme aber eine Kombination mehrerer Methoden zum Einsatz.

An Standorten mit extrem heißem Klima oder während Hitzewellen bleibt der Einsatz gekühlter Luft oder Verdunstungskühlung jedoch nötig.

Öffentlicher Druck wegen Wasserverbrauch

Microsoft, Amazon Web Services (AWS) und Meta erklärten gegenüber AFP, auch sie setzten geschlossene Kühlkreisläufe ein. Diese führten nach ihren Angaben zu keinem Nettoverlust von Wasser.

Microsoft und AWS, zwei der weltweit größten Cloud-Anbieter, verbrauchten zwischen 2022 und 2025 insgesamt mehr Wasser, weil sie ihre Rechenzentrumsaktivitäten ausbauten.

Gleichzeitig stieg ihre Wassernutzungseffizienz laut den jüngsten Nachhaltigkeitsberichten um 25 % bei Microsoft und um 37 % bei AWS.

Vergleiche bleiben allerdings schwierig. Es gibt keinen Branchenstandard dafür, wie Unternehmen ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Leistungen berichten.

Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX, das nach der Übernahme seiner KI-Firma xAI zu einem wichtigen Betreiber von Rechenzentren wurde, hat bislang keinen ESG-Bericht vorgelegt.

Die Ratingagentur MSCI stufte SpaceX im Juni mit der niedrigsten ESG-Note ein.

„Weil Wasser in der Regel deutlich günstiger ist als Strom, haben Unternehmen allein aus Kostengründen wenig Anreiz, den Wasserverbrauch zu senken“, sagt Shaolei Ren, Professor für Ingenieurwissenschaften an der University of California in Riverside.

„Es gibt durchaus Anreize“, so Ren weiter. Diese seien jedoch stärker durch öffentliche Wahrnehmung und den wachsenden Widerstand gegen Rechenzentren in den USA getrieben.

Ein weiteres Problem sind die Kosten, ältere Rechenzentren mit neuer, wassersparender Technik aufzurüsten.

Ältere Anlagen sind jedoch meist kleiner und weniger leistungsfähig als die gigantischen Rechenzentren, die derzeit entstehen. Sie brauchen von vornherein weniger Kühlung, erklärt Minh K. Le, Forschungsleiter für Rechenzentren und Wasserstoff bei Rystad Energy.

Das direkt in Rechenzentren eingesetzte Wasser macht zudem nur einen Teil ihres gesamten Fußabdrucks aus.

Für die Stromerzeugung, die die Zentren versorgt, sowie für die Produktion der Chips und Server wird ebenfalls Wasser benötigt.

In den USA kann dieser indirekte Wasserverbrauch doppelt so hoch sein wie der direkte Wasserbedarf der Rechenzentren.

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