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Urban Art Biennale: Rost, Staub und Verfall lassen Völklinger Hütte neu aufleben

Eine Frau fotografiert „Les Silence des Departs“ von Tomas Lacque auf der Urban Art Biennale in Deutschland am sechsten Mai 2026.
Eine Frau fotografiert Tomas Lacques Werk „Les Silence des Departs“ auf der Urban Art Biennale in Deutschland am sechsten Mai 2026. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Tokunbo Salako mit AP
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Im riesigen Industriedenkmal Völklinger Hütte verwandeln Street-Art-Künstler Rost und Ruinen in eine Freiluftgalerie: Die Urban Art Biennale ist zurück.

Mehrere Dutzend Urban-Art-Künstlerinnen und -Künstler aus 17 Ländern sind zu einem der wichtigsten Industriedenkmäler Europas gereist. Dort zeigen sie eine Schau, die die Weite des Geländes und seine allgegenwärtige Aura der Verlassenheit voll ausspielt.

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Schauplatz ist die Völklinger Hütte im Saarland. In dem früheren Eisenwerk eröffnet an diesem Samstag die Urban Art Biennale 2026.

„Dieser Ort liegt im Kern von Street Art und Graffiti“, sagte Ralf Beil, Generaldirektor des Geländes, das heute als Museum geöffnet ist.

„Alles begann an industriellen Orten wie diesem. Die Künstlerinnen und Künstler lieben diesen Platz; sie schaffen Werke für die Völklinger Hütte, in der Völklinger Hütte, mit der Völklinger Hütte“, fügte Beil hinzu.

Spuren des Tages

„Les Silence des Departs“ von Tomas Lacque auf der Urban Art Biennale 2026 in Völklingen, Deutschland, am 6. Mai 2026
„Les Silence des Departs“ von Tomas Lacque auf der Urban Art Biennale 2026 in Völklingen, Deutschland, am 6. Mai 2026 Oliver Dietze/dpa via AP

In diesem Jahr sind 50 Kunstschaffende vertreten. Unter ihnen der in Frankreich lebende Tomas Lacque. Seine Installation besteht aus einem kleinen Lieferwagen, einem Haufen Reifen, Spielzeug und Trümmern, alles mit einer Lackschicht überzogen. In der Halle, in der früher die Hochöfen liefen, erinnert das Ensemble an eine fossil betriebene Mobilität, die wie in Pompeji unter Asche begraben wird.

Der niederländische Künstler Boris Tellegen, besser bekannt als Delta, steuerte eine monumentale grün-schwarze Holzskulptur bei, die das Innere des Eisenwerks aufleuchten lässt.

„One Beam“ von Boris Tellegen auf der Urban Art Biennale in Völklingen, Deutschland, im Mai 2026
„One Beam“ von Boris Tellegen auf der Urban Art Biennale in Völklingen, Deutschland, im Mai 2026 Oliver Dietze/dpa via AP
„Transit der Erinnerung“ (Transit of Memory) des Künstlerkollektivs Vortex-X in der ehemaligen Völklinger Hütte, gezeigt im Rahmen der Urban Art Biennale in Deutschland
„Transit der Erinnerung“ (Transit of Memory) des Künstlerkollektivs Vortex-X in der ehemaligen Völklinger Hütte, gezeigt im Rahmen der Urban Art Biennale in Deutschland Oliver Dietze/dpa via AP

Das in Frankreich ansässige Kollektiv Vortex-X, das mit wiederverwerteten Fundstücken arbeitet, hat Strahlen aus weißem Industriegewebe quer durch eine der Hallen gespannt. Die Arbeit trägt den Titel „Memory in transit“.

Der spanische Künstler Ampparito hat die Worte „no hay nada de valor“ (etwa: „Hier gibt es nichts von Wert“) in riesigen weißen Buchstaben auf das Dach einer der gewaltigen Hallen gemalt. Am besten lässt sich die Arbeit von einer Aussichtsplattform in 45 Metern Höhe betrachten.

Erbe und Geschichte

Die Hütte erstreckt sich über ein Gelände von sechs Hektar, ein Labyrinth aus Schornsteinen und Hochöfen. Besucherinnen und Besucher stoßen noch immer auf bedrohlich wirkende Schilder aus der Industriezeit mit Hinweisen wie „Quetschgefahr“. Der Komplex prägt die Stadt Völklingen nahe der Grenze zu Frankreich.

Seit 1994 gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe. Sie gilt als „das einzige vollständig erhaltene Beispiel in ganz Westeuropa und Nordamerika für ein integriertes Eisenwerk, das im 19. und 20. Jahrhundert gebaut und ausgestattet wurde“.

Die Hochöfen sind seit 1986 erloschen, seit damals ruht die Produktion. Das Gelände blieb im Zustand jener Zeit erhalten. Optisch wirkt es jedoch noch älter, denn nach Mitte der dreißiger Jahre kamen keine neuen Anlagen mehr hinzu.

„Es ist so staubig und so alt, aber es ist schön – es liegt eine Schönheit im Verfall“, sagte der britische Künstler Remi Rough. „Ich glaube, meine Arbeit lässt einen diesen Ort ein wenig anders wahrnehmen.“

Der dänische Künstler Anders Reventlov sagte, er sei „demütig, hier etwas beitragen zu dürfen“.

„Wie mir jemand erzählte, war es einst die Hölle, hier zu arbeiten“, sagte er. „Heute ist es keine Hölle mehr. Es ist ein angenehmer Ort, Menschen spazieren herum, es gibt Bienen, es blühen schöne Blumen. Aber wir erinnern uns immer noch an die Geschichte, und das ist sehr wichtig.“

Beil erklärte, die Organisatorinnen und Organisatoren wollten „Arbeiten, die wirklich eigens für diesen Raum entstehen. Das verhindert zugleich, dass sie zu kommerziell werden“.

„Das ist eine Installation für diesen Ort“, sagte er. „Das ist reine Kunst.“

Die Urban Art Biennale eröffnet am Samstag und läuft bis zum 15. November 2026.

Cutter • Yolaine De Kerchove Dexaerde

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