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Flaschenwasser belastet die Umwelt 3.500 Mal mehr als Leitungswasser

Es mag nicht überraschen, aber Wissenschaftler haben die wahren Umweltkosten von in Flaschen abgefülltem Wasser errechnet.
Es mag nicht überraschen, aber Wissenschaftler haben die wahren Umweltkosten von in Flaschen abgefülltem Wasser errechnet.   -   Copyright  Unsplash
Von Rosie Frost
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Leitungswasser ist tausendmal besser für die Umwelt als Wasser aus Flaschen. Tatsächlich wird für die Herstellung einer Plastikflasche dreimal so viel Wasser benötigt, wie sie fassen kann.

Das mag nicht überraschen, aber Forscher:innen des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) haben durchgerechnet, wie viel besser Leitungswasser tatsächlich ist.

Die Untersuchung konzentrierte sich auf die spanische Stadt Barcelona, in der rund 1,35 Millionen Menschen leben, von denen fast 60 Prozent zumindest ab und zu Wasser aus der Flasche trinken.

Sie verwendeten eine so genannte "Lebenszyklusanalyse", die die Umweltauswirkungen eines Produkts über seine gesamte Lebensdauer hinweg bewertet. Dazu gehören die Gewinnung von Rohstoffen, die Herstellung, der Transport, der Vertrieb, die Verwendung und die Entsorgung.

Allein in den USA werden für die Herstellung von Wasserflaschen jedes Jahr 1,5 Millionen Barrel Öl verbraucht - mehr als für die Stromversorgung von 100.000 Haushalten nötig wäre. Und das ohne die Kosten für fossile Brennstoffe oder Emissionen für den Transport zu Supermärkten dazu zu rechnen.

Die ISGlobal-Studie ergab, dass die Gewinnung der Rohstoffe mehr als 70 Millionen Euro kosten und zum Verlust von 1,43 Tierarten pro Jahr führen würde, wenn jeder Einwohner Barcelonas auf Flaschenwasser umsteigen würde.

Die Auswirkungen auf die Ökosysteme wären damit 1400-mal größer und die Kosten für die Umwelt 3500-mal höher, als wenn die gesamte Stadt stattdessen Leitungswasser trinken würde.

Birgt Leitungswasser trinken gesundheitliche Risiken?

Die Verwendung von abgefülltem Wasser hat in den letzten Jahren stark zugenommen, was zum Teil auf Faktoren wie Geschmack, Geruch, Marketingkampagnen und mangelndes Vertrauen der Öffentlichkeit in die Qualität des Leitungswasser zurückzuführen ist.

Laut ISGlobal-Forscherin Cristina Villanueva hat sich die Qualität des Leitungswassers in Barcelona in den letzten Jahren erheblich verbessert.

"Diese beträchtliche Verbesserung hat sich jedoch nicht in einem Anstieg des Verbrauchs von Leitungswasser niedergeschlagen, was darauf schließen lässt, dass der Wasserverbrauch durch andere subjektive Faktoren, unabhängig von der Qualität motiviert sein könnte."

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Leitungswasser ist gesünder als Wasser aus der FlascheUnsplash

Eines der Probleme ist das vermeintliche Vorhandensein von chemischen Verbindungen wie Trihalomethanen. Diese entstehen als Nebenprodukte bei der Desinfektion von Trinkwasser. Allerdings gelten für diese Stoffe Grenzwerte, deren Einhaltung analytisch überwacht werden.

Die Daten über den Lebenszyklus von abgefülltem Wasser wurden unter anderem auch mit einem System verglichen, das zur Bewertung der Gesundheit verwendet wird. Dabei stellte sich heraus, dass das Gesundheitsrisiko von Leitungswasser gering war und durch die Nutzung eines Filtersystems für den Hausgebrauch erheblich verringert werden konnte.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Leitungswasser in Anbetracht der Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit die bessere Wahl ist als abgefülltes Wasser, da Flaschenwasser ein breiteres Spektrum an Auswirkungen hat", schlussfolgert ISGlobal-Forscherin Cathryn Tonne.