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Neue Studie warnt: Delfine und Wale entkommen Ewigkeitschemikalien nicht

Delfine im Indischen Ozean.
Delfine ziehen durch den Indischen Ozean. Copyright  Egle Sidaraviciute via Unsplash
Copyright Egle Sidaraviciute via Unsplash
Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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Forscher schlagen Alarm wegen giftiger Ewigkeitschemikalien. Nach Analysen an 127 Walen und Delfinen warnen sie vor Risiken für die Ozeane.

Meeressäuger entgehen der Belastung durch toxische „Ewigkeitschemikalien“ nicht. Selbst wenn sie unter der Meeresoberfläche leben.

Neue Forschung, veröffentlicht in Science of the Total Environment, schlägt Alarm für die langfristige Gesundheit mariner Arten. Tiefsee-Delfine und Wale wiesen beispiellos hohe Belastungen mit Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) auf.

Diese Chemikalien entstehen durch den Menschen. Sie stecken in fleckabweisenden Textilien, antihaftbeschichtetem Kochgeschirr und Lebensmittelverpackungen. Man nennt sie oft „Ewigkeitschemikalien“, weil ihr natürlicher Abbau Jahrtausende dauert.

Vor PFAS gibt es keinen sicheren Ort

Viele glauben, die Tiefsee schütze vor PFAS, Forschende zeigen jedoch: Der Lebensraum taugt kaum als Indikator für die Belastung.

Die Grundlage ist eine Analyse von Gewebeproben aus 127 Tieren aus 16 Arten von Zahnwalen und Delfinen in neuseeländischen Gewässern. Dazu gehörten Große Tümmler und tief tauchende Pottwale.

Für acht der 16 Arten, darunter Neuseelands endemischer Hector-Delfin und drei Arten von Schnabelwalen, gab es weltweit erstmals eine PFAS-Bewertung.

Die Meeresökologin Dr. Katharina Peters leitet das Marine Vertebrate Ecology Lab der University of Wollongong (UOW). Sie erklärt, warum gerade diese Tiere ausgewählt wurden: Wale und Delfine gelten oft als „Indikatorarten“, die den Zustand ihres Ökosystems widerspiegeln.

„Wir hatten erwartet, dass Arten, die vor allem in der Tiefe fressen, etwa Pottwale, geringer mit PFAS belastet sind als küstennahe Arten wie Hector-Delfine. Sie leben näher an Verschmutzungsquellen“, sagt Peters.

„Unsere Analysen zeigen: Das stimmt nicht. Es scheint wirklich keinen sicheren Ort vor PFAS zu geben.“

Eine „Bedrohung“ für die Meeresvielfalt

Wie stark PFAS-Belastung Wildtiere schädigt, ist noch unklar. Forschende warnen jedoch, dass sie Immun- und Fortpflanzungssysteme stören könnte.

Bereits 2022 fanden Forschende bei Alligatoren in belasteten Gewässern in North Carolina Autoimmunstörungen, die Lupus ähneln.

Beim Menschen belastet PFAS inzwischen fast alle Europäerinnen und Europäer – auch Kinder und Schwangere. Es steht mit einer Reihe von Problemen in Verbindung, darunter Krebs, Unfruchtbarkeit, Schilddrüsenerkrankungen und eine geschwächte Immunabwehr.

„Selbst Arten, die weit draußen leben oder tief tauchen, sind ähnlich stark PFAS ausgesetzt. Das zeigt, wie weitreichend die Verschmutzung ist. Zusammen mit klimabedingten Belastungen wächst die Gefahr für die Meeresvielfalt“, sagt Mitautor Dr. Frédérik Saltré, Forscher an der University of Technology Sydney (UTS) und am Australian Museum.

Die Studie kommt zu dem Schluss: Es braucht weitere Untersuchungen, um die Folgen für einzelne Tiere und ganze Populationen zu verstehen, die PFAS ausgesetzt sind.

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