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Privatjet-Flüge nach Davos nehmen seit drei Jahren stark zu. Zeit für eine Steuer für Superreiche?

Zwei Männer gehen im Kongresszentrum die Treppe hinauf. Dort findet in Davos (Schweiz) die Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums am Sonntag, 18. Januar 2026 statt.
Zwei Männer gehen die Treppe im Kongresszentrum hinauf. Dort findet das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, statt. Sonntag, 18. Januar 2026. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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Das Weltwirtschaftsforum ist holprig gestartet. Gleich zum Auftakt ernten Teilnehmer Kritik für den drastisch gestiegenen Einsatz von Privatjets.

Heute richtet sich der Blick nach Davos. Das Weltwirtschaftsforum startet seine Jahrestagung.

In der Schweiz treffen sich einige der einflussreichsten Eliten der Welt: Staats- und Regierungschefs und Topmanager. Sie wollen in „vorausschauenden Gesprächen“ globale Probleme anpacken und Prioritäten setzen.

Ein Leitmotiv ist Wohlstand „innerhalb planetarer Grenzen“. Das WEF betont, dass der Verlust von Natur 75 Prozent der Landfläche der Erde trifft und erhebliche wirtschaftliche Risiken mit sich bringt.

Morgen, am 20. Januar, steht die Forderung im Raum, auf naturfördernde Geschäftsmodelle umzusteigen. Das soll bis 2030 jährlich bis zu zehn Billionen US-Dollar freisetzen, rund 8,6 Billionen Euro. Zuvor geht es um Elektroautos und den Rückzug der Gletscher.

Doch Davos sorgte schon vor der Anreise für Kritik.

Ist Davos zum Shuttle-Drehkreuz für Privatjets geworden?

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat eine neue Analyse vorgelegt. Sie untersucht Privatjet-Flüge von und zu Flughäfen rund um Davos in den vergangenen drei Jahren, vor, während und nach dem WEF.

Der Bericht trägt den Titel Davos in the Sky. Er stellt einen deutlichen Anstieg der Privatjet-Aktivität fest, obwohl die Gesamtzahl der Teilnehmenden am Forum weitgehend stabil blieb.

In der Woche des WEF 2025 wurden an den nahegelegenen Flughäfen 709 zusätzliche Privatjet-Flüge gezählt. Das entspricht in etwa fast einem Flug pro vier WEF-Teilnehmende.

Das sind zehn Prozent mehr als 2024 und dreimal so viele wie 2023. In den Jahren 2024 und 2025 flogen viele Privatjets in derselben Woche mehrfach nach Davos und wieder ab. Greenpeace spricht deshalb von einem „Privatjet-Shuttle-Hub“.

Die Organisation errechnet, dass rund siebzig Prozent der Privatjet-Routen innerhalb eines Tages mit der Bahn möglich wären, oder mit Zug plus Anschlusszug.

Eine Steuer für Superreiche

„Es ist pure Heuchelei, wenn die mächtigste und superreiche Elite der Welt in Davos über globale Herausforderungen und Fortschritt spricht, während sie den Planeten mit den Emissionen ihrer Privatjets buchstäblich verbrennt“, sagt Herwig Schuster von Greenpeace Österreich.

Die Organisation meint, die Zeit zum Handeln ist jetzt. Sie fordert Regierungen auf, klimaschädliche Luxusflüge zu begrenzen und Superreiche für die verursachten Schäden zu besteuern.

Greenpeace unterstützt die Verhandlungen zur UN-Steuerkonvention (UNFCITC) für neue globale Steuerregeln bis 2027. Zudem verlangt die Organisation eine Abgabe auf Luxusluftfahrt, auch für Privatjets sowie First- und Business-Class-Flüge.

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