Ebola-Ausbruch im Kongo hat bereits über 2.300 Menschen das Leben gekostet und gilt als bisher tödlichster im Land.
Nach neuen Regierungsangaben vom Montag sind bislang 4.945 Erkrankungen und 2.325 Todesfälle registriert. In den vergangenen 24 Stunden kamen 101 weitere Infektionen und 33 Todesfälle hinzu. Mehr als 1.000 Menschen gelten als genesen, 730 werden noch in Krankenhäusern behandelt oder befinden sich in Isolation.
Der aktuelle, bereits 17. Ausbruch im Kongo hat die Zahl der Todesopfer des Ausbruchs von 2018 bis 2020 überschritten; damals starben 2.299 Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, das Virus verbreite sich in einem „außergewöhnlichen Tempo“. In der jüngsten Wochenbilanz wurden 579 Fälle und 304 Todesfälle erfasst.
Geringe Beteiligung der Bevölkerung bleibt zentrales Problem
Trish Newport, Notfallkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen, fordert mehr Einbindung der Gemeinden in die Eindämmung.
„Die Menschen müssen wissen, welche Anzeichen und Symptome es gibt und was zu tun ist, wenn sie krank werden“, sagte sie der Nachrichtenagentur Associated Press.
Der Ausbruch betrifft sechs Provinzen im Osten des Kongo, besonders schwer getroffen ist Ituri. Manche Familien dort haben nach Angaben Newports bis zu 15 Angehörige verloren.
Die Eindämmung stößt auf große Hindernisse: unbezahltes Gesundheitspersonal streikt, Rebellen greifen an, Straßen sind schlecht ausgebaut und über Ebola kursieren Falschinformationen. Die meisten neuen Fälle treten außerhalb der bereits überwachten Kontaktgruppen auf.
Virus wohl schon Monate vor offizieller Ausrufung im Umlauf
Verantwortlich ist der seltene Bundibugyo-Stamm des Virus; gegen ihn gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff und keine gezielte Behandlung. In Ituri laufen klinische Studien.
Fachleute vermuten, dass das Virus in der Bergbaustadt Mongbwalu möglicherweise schon seit Februar zirkuliert – also Monate bevor die Behörden den Ausbruch am 15. Mai offiziell ausriefen.
Die Vereinten Nationen haben zusätzlich 30,5 Millionen Dollar bereitgestellt und 20 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsandt, um die Maßnahmen zu unterstützen. Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher nannte die Lage „einen Weckruf“ und drängte auf mehr Tempo und internationale Unterstützung.