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Biennale Venedig eröffnet: Kunst zwischen Traum und Krieg - Russland geschlossen

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Ausstellungsraum auf der Biennale Venedig
Ausstellungsraum auf der Biennale Venedig   -   Copyright  Luigi Costantini/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved
Von Euronews

Die 59. Kunstbiennale in Venedig wurde an diesem Wochenende eröffnet, eine der ältesten und renommiertesten Kulturveranstaltungen der Welt, aber der geschichtsträchtige Ort blickt auch in die Zukunft, wenn alle zwei Jahre das Beste der zeitgenössischen Kunstwelt präsentiert wird.

"The Milk of Dreams" stellt den Surrealismus in den Vordergrund

Mehr als fünf Monate lang können sich Touristen und Kunstliebhaber in Venedig ein Bild über den Zustand der Welt durch das Prisma von Künstlern aus aller Welt machen. Unter dem Titel "The Milk of Dreams" zeigt sich eine Welt, die sich inmitten ökologischer und politischer Umwälzungen befindet.

Dieses Mal steht die berühmte Kunstschau im Zeichen des Surrealismus und des Kriegs in der Ukraine. Jedes teilnehmende Land wählt einen oder mehrere Künstler:innen aus, die in seinem nationalen Pavillon zu sehen sind. Zwei riesige Räume im Herzen von Venedig und das Arsenale, eine riesige Brachfläche, beherbergen die verschiedenen Ausstellungen.

Die Kuratorin der 59. Biennale, Cecilia Alemani, sprach mit euronews über das Thema dieser Ausgabe: "Milk of Dreams". "Es erzählt die Geschichte dieser Welt, in der es hybride Kreaturen und magische Wesen gibt, und es zelebriert eine Art geistige Freiheit, die ich sehr vermisse. Der Titel wird auf viele verschiedene Arten interpretiert, ich werde nicht auf alle eingehen. Aber ich denke, dieser Titel zeigt auch die Rolle der traumähnlichen Dimension in der Schau, eine Art Surrealismus."

Näher an der Realität ist der Krieg in der Ukraine. Der russiche Pavillon bleibt dieses Mal geschlossen. Künstler und Kuratoren aus dem Land haben aus Protest gegen Putins Angriffskrieg ihre Teilnahme an der Biennale abgesagt. Offiziellen, die Kontakte zur russischen Regierung haben, ist die Teilnahme an der Biennale untersagt.

Ukrainischer Beitrag erzählt von der Erschöpfung demokratischer Gesellschaften

Im ukrainischen Pavillon ist eine Wasserinstallation von Pavlo Makov zu sehen. Zu Kriegsbeginn befanden sich 78 Trichter des Werks noch in Kiew und wurden dann in Italien in Rekordzeit rekonstruiert.

Das Kunstwerk erzähle auch von der Erschöpfung demokratischer Gesellschaften, die nicht darauf vorbereitet seien, sich zu beschützen, so der Künstler. 

Für Pavlo Makov, der in Russland geboren wurde, aber die ukrainische Staatsbürgerschaft besitzt, ist es ein Krieg zwischen zwei Kulturen, der schon seit langem andauert.

"Ich wurde in Russland geboren, aber seit ich drei Jahre alt bin, lebe ich in der Ukraine. Für mich bedeutet die Staatsbürgerschaft praktisch alles, wie eigentlich für jeden in der Ukraine", so Makov.

"Das ist ein ukrainischer Pavillon und wie alle anderen ist er in erster Linie eine Repräsentation des Landes. Ich fühlte mich im Moment viel mehr als Bürger denn als Künstler. Hinter jeder Art von Krieg steht immer ein kultureller Konflikt, und das ist es, was wir jetzt definitiv haben."

Die Biennale-Leitung hat direkt am Eingang einen "Platz der Ukraine" mit eigenem Kunstwerk eingerichtet. Darüber hinaus gibt es begleitende Veranstaltungen, bei denen Künstler:innen im Mittelpunkt stehen, die die Ukraine unterstützen.

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