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Alles vergeben und verziehen? Twitter schaltet Account von Kanye West wieder frei

Zurück auf Twitter: West im Jahr 2022 abgebildet
Zurück auf Twitter: West im Jahr 2022 abgebildet Copyright Pascal Le Segretain/Getty Images
Copyright Pascal Le Segretain/Getty Images
Von Saskia O'Donoghue
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Der Rapper wurde u.a. nach antisemitischen Äußerungen von der Plattform - die jetzt X heißt - gesperrt. Adidas und andere bekannte Marken beendeten die Zusammenarbeit mit Ye. Jetzt ist er plötzlich wieder da - brav und geläutert?

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Der umstrittene Rapper Kanye West ist zurück auf Twitter - oder besser gesagt, dass was seit der Übernahme durch **Übernahme durch ELon Musk und den von ihm durchgeführten Veränderungen **davon noch übrig ist.

Das Twitter-Account des Musikers, der seinen Namen ganz offiziell in "Ye" geändert hat, wurde im Dezember letzten Jahres wegen beleidigender Tweets gesperrt.

Wests Konto zeigt nun wieder seine Beiträge an, einschließlich des letzten vom 1. Dezember - dem Tag, bevor er von der Plattform verbannt wurde.

Aber auch der Nachrichtendienst ist einganz anderer, als der, auf dem West zuletzt zugelassen war. Der neue Eigentümer Elon Musk wird seit seinem Amtsantritt im Oktober dafür kritisiert, dass er das beliebte Netzwerk in Ruin getrieben hat. Erst vor wenigen Tagen gab er ihm einen neuen Namen: "X", was im Web viel Spott und Häme auf sich zog.

Getty/Kevin Mazur
George Lucas, Kanye West und Elon Musk bei TIME 100 Gala, 2015Getty/Kevin Mazur

Wests Account wurde übrigens endgültig gesperrt, nachdem er ein Hakenkreuzsymbol in einem Davidstern gepostet, Hitler gepriesen und antisemitische Inhalte veröffentlicht hatte**.**

Damals schien er sich über die Situation lustig zu machen, indem er einen Beitrag retweetete, der behauptete, sein Track "Black Skinhead" habe schon immer Hinweise gegeben, wo der Hase langlaufe.

X beschloss, das Verbot aufzuheben, nachdem man offenbar die Zusicherung erhalten hatte, dass Ye die Website nicht dazu nutzen werde, antisemitische oder beleidigende Inhalte zu verbreiten.

Der Rapper ist nicht dazu berechtigt, sein Konto zu monetarisieren und es wird keine Werbung neben seinen Beiträgen erscheinen.

Ye hat seit seiner offiziellen Rückkehr auf die Plattform noch nichts Neues gepostet. Aber sein Comeback erscheint angesichts der kuriosen bis provozierenden Geschäftsideen von Elon Musk nicht überraschend.

Jonathan Leibson/Getty Images
Adidas cut ties with West following his antisemitic remarks online and in interviewsJonathan Leibson/Getty Images

Der Absolutist und seine Fans

Der Milliardär und Eigentümer von X bezeichnet sich selbst als "Absolutisten der freien Meinungsäußerung" und hat bereits das Konto von Donald Trump wiederhergestellt, nachdem dieser nach der Erstürmung des Kapitols im Januar 2021 entfernt worden war.

Während der in Ungnade gefallene ehemalige US-Präsident Donald Trump sein Konto nicht mehr benutzt und seine eigene Plattform Truth Social, haben viele anderere ausgepserrte und begnadete Nutzer:innen wieder begonnen zu zwitschern.

Consolidated News Pictures/Getty
Der ehemalige Präsident Trump umarmt Kanye West im Oval Office (2018)Consolidated News Pictures/Getty

Wie der erzkonservative Psychologe Jordan Peterson, der zunächst gesperrt wurde, weil er den Trans-Schauspieler Elliott Page beleidigt hatte. Auch der für seine frauenfeindlichen Ansichten bekannte britisch-amerikanische Influencer Andrew Tate erhielt sein Konto fünf Jahre nach der Sperrung zurück.

2017 wurde Tate, der derzeit unter anderem wegen Vergewaltigung und Menschenhandel unter Hausarrest steht, von Twitter verbannt, nachdem er kontroverse Tweets veröffentlicht hatte, in denen er behauptetet, dass Frauen "eine gewisse Verantwortung" dafür tügen, sollten sie sexuell angegriffen werden.

Nachdem sein Konto wieder freigeschaltet wurde, postete ein Tate ein Video von sich selbst mit qualmender Zigarre im Privatjet, mit der Bildunterschrift: "Ich habe beschlossen, in den gescheiterten Staat Kalifornien zu fliegen, in die Twitter-Zentrale zu gehen und @elonmusk zu sagen, dass er eine Legende ist".

Die Komikerin Kathy Griffin war eine der profiliertesten Nutzerinnen, die von Musk höchst persönlich von der Plattform geworfen wurden.

Das geschah Anfang November 2022, nachdem sie sich als Elon Musk ausgegeben und ihren Twitter-Namen in seinen geändert hatte. Ihre Sperre wurde zwei Wochen später aufgehoben, was Musk dazu veranlasste, eine neue Twitter-Richtlinie anzukündigen: "In Zukunft werden alle Twitter-Handles, die sich als Imitatoren ausgeben, ohne eindeutig als 'Parodie' bezeichnet zu werden, dauerhaft gesperrt".

Twitter account of Elon Musk/AFP via Getty Images
"Let that sink: So betrat Musk kuz vor der Übernahme - mit Waschbecken- das Twitter-Hauptquartier.Twitter account of Elon Musk/AFP via Getty Images

Wer ist noch gesperrt?

Es gibt eine ganze Reihe von gesperrten, prominenten Nutzern, die noch auf Musks Genehmigung für eine Rückkehr zu X warten.

Die US-amerikanische Rapperin Azealia Banks wurde bereits mehrfach von der Plattform verbannt, nachdem sie homophobe, transphobe und rassistische Äußerungen von sich gegeben hatte. Im Juni 2022 wurde sie dauerhaft von der Website entfernt.

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Die rechtsgerichtete britische Kommentatorin Katie Hopkins wurde 2020 dauerhaft gesperrt, weil sie gegen die Twitter-Richtlinie für "hasserfülltes Verhalten" verstoßen und sich gegen ein Schulprogramm ausgesprochen hatte, das Mahlzeiten für hungrige Kinder bereitstellt.

Auch David Duke, Rassist und ehemaliger Anführer des Ku-Klux-Klans, verstieß gegen diese Richtlinie und wurde 2020 ebenfalls gesperrt.

Chesnot/Getty
Seit Beginn seiner Amtszeit bei Twitter/X steht Musk im Feuer der Kritik.Chesnot/Getty

Bei anderen derart einflussreichen Plattformen wäre es wohl unwahrscheinlich, dass solch umstrittene Persönlichkeiten wieder zurück dürfen. Bei Elon Musk ist das alles irgendwie anders.

In weniger als einem Jahr hat der Milliardär die beliebte Website in einen dirgitales Irrenhaus verwandelt.

Alles könnte passieren. Musk übertrifft sich immer wieder selbst: Zum Beispiel neulich, als er den bei Twitter-Fans heiß beliebten blauen Vogel der umgebauten Website in ein X verwandelte. "Blaze Your Glory" twitterte, pardon, postete Musk dazu. Was Scherzkekse als eine unverhohlene Anspielung an Musks Neigung zum Kiffen interpetierten. Wie tief kann X noch "sinken"?!

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