Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

"Absolut schrecklich": Trumps Reaktion nach Bad Bunnys Super Bowl-Show

Trump über Bad Bunnys Super-Bowl-Halbzeitshow: "Ein Affront gegen die Großartigkeit von Amerika"
Trump über Bad Bunnys Super-Bowl-Halbzeitshow: "Ein Affront gegen die Großartigkeit von Amerika" Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Bad Bunny schrieb Geschichte auf einer der begehrtesten Bühnen der Welt. Sein komplett spanischer Super-Bowl-Auftritt setzte auf Zusammenhalt über Grenzen hinweg. Donald Trump bezeichnete die Botschaft des Künstlers als "Affront gegen die Größe Amerikas".

Der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny schrieb am Sonntag in den USA Geschichte: Als erster männlicher Latin-Solokünstler stand er in der Halbzeitshow des Super Bowl auf der Bühne.

Sein komplett spanischsprachiger Auftritt wurde zu einer energiegeladenen Feier verschiedener Stile. Reggaeton, Salsa und Latin Trap gingen nahtlos ineinander über. Dazu kamen prominente Gäste: Lady Gaga, Ricky Martin, Pedro Pascal, Karol G, Cardi B und Jessica Alba.

Bad Bunny, einer der meistgestreamten Künstler der Welt, gab dem Satz "God Bless America" eine neue, größere Bedeutung. Er bezog ihn auf den gesamten Kontinent.

"Gott segne Amerika, egal ob Chile oder Argentinien", sagte er und zählte dabei mehr als 20 Nationen Nord- und Südamerikas auf.

Zum Finale setzte er auf ein klares Signal der Einheit. Auf einem Ball stand "Together, we are America". Auf der großen Leinwand war zu lesen: "Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe".

Trump und seine MAGA-Anhängerschaft hatten sich schon vor Monaten über die Wahl des Headliners empört. Sie bezeichneten die Entscheidung als "verrückt", "unamerikanisch" und "schrecklich". In sozialen Netzwerken wurde Bad Bunny als "massiver Trump-Hasser" und "Anti-ICE-Aktivist" beschimpft. Viele störten sich außerdem daran, dass der Künstler "keine Lieder auf Englisch" habe.

Trumps Protest wuchs weiter, nachdem Bad Bunny bei den Grammys triumphierte und eine Protestbotschaft gegen die jüngsten Aktionen der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) sendete: "Bevor ich mich bei Gott bedanke, werde ich sagen: ICE out! Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Aliens. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner."

Bad Bunnys Super-Bowl-Halbzeitshow
Bad Bunnys Super-Bowl-Halbzeitshow AP Photo

Dass Trump nicht begeistert war, überrascht kaum. Er war nicht im Stadion, sondern verfolgte das Ereignis bei einer Watchparty in Florida. Auf Truth Social bezeichnete er den Auftritt in einem langen Beitrag als "Affront gegen die Großartigkeit Amerikas".

"Die Super Bowl Halftime Show ist absolut schrecklich, eine der schlechtesten, die es je gab! Sie macht keinen Sinn, ist ein Affront gegen die Größe Amerikas und repräsentiert nicht unsere Standards von Erfolg, Kreativität oder Exzellenz", schrieb Trump.

"Niemand versteht auch nur ein Wort von dem, was dieser Kerl sagt, und das Tanzen ist ekelhaft, besonders für kleine Kinder, die aus den ganzen USA und der ganzen Welt zuschauen", wetterte er weiter. "Diese 'Show' ist ein Schlag ins Gesicht unseres Landes, das jeden Tag neue Standards und Rekorde aufstellt, einschließlich des besten Aktienmarktes und der besten 401(k)s in der Geschichte! Es gibt nichts Inspirierendes an dieser verkorksten Halftime-Show. Und seht zu: Sie wird von den Fake-News-Medien großartig bewertet werden, weil sie keine Ahnung haben, was in der ECHTEN WELT vor sich geht."

Bad Bunny bei der Halbzeitshow des Super Bowl
Bad Bunny bei der Super Bowl-Halbzeitshow AP Photo

Unklar ist, ob Trump das alternative MAGA-Gegenprogramm überhaupt gesehen hat. Turning Point USA streamte eine "All American"-Halbzeitshow, angeführt von Kid Rock und gespickt mit Einblendungen von Charlie Kirk.

Das Gegenprogramm kam online auf rund vier Millionen Aufrufe. Zeitweise sollen es sogar sechs Millionen gleichzeitige Zuschauer auf YouTube gewesen sein.

Zum Vergleich: Der Super Bowl erreicht im Schnitt etwa 127 Millionen Menschen. Im vergangenen Jahr stellte der Auftritt von Kendrick Lamar mit 133,5 Millionen Zuschauern einen Rekord auf.

Offizielle Zuschauerzahlen für Bad Bunnys Show lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vor. Sie sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Vorläufige Schätzungen deuten darauf hin, dass Bad Bunny den Vorjahreswert von Kendrick Lamar übertroffen haben könnte. Unabhängig davon gilt: Die Super-Bowl-Halbzeitshow 2026 erreichte ein deutlich größeres Publikum als die "All American"-Show.

Bad Bunny in der Halbzeitshow des Super Bowl
Bad Bunny bei der Super Bowl-Halbzeitshow AP Photo

Kurz nach dem Auftritt meldete sich Kaliforniens Gouverneur und Trump-Gegner Gavin Newsom demonstrativ zu Wort: "America, the beautiful. THANK YOU, BAD BUNNY."

Die Band Green Day, die als Vorgruppe auftraten und Trump sonst gern aufs Korn nehmen, hielt sich diesmal zurück. Die Rockband verzichtete auf offene politische Statements und blieb beim Geist der Einheit.

Manche Fans zeigten sich enttäuscht. Sie hatten auf provokantere Momente gehofft. Frontmann Billie Joe Armstrong ließ sogar die abgewandelte Zeile "I'm not part of the MAGA agenda" aus, als die Band ihren Hit "American Idiot" spielte.

Der Sender NBC schaltete Armstrong stumm, als er während des Songs die Textzeile "The subliminal mindfuck America" sang.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Harter Trump-Kritiker Bad Bunny provoziert beim Super Bowl

'All American': Was wir über MAGAs Protest-Halbzeitshow beim Super Bowl wissen

Kultur-Highlights: Was Europa diese Woche zu bieten hat