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Warum Europas Reifenhersteller Mitschuld an der Entwaldung haben

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Von Stefan Grobe  & Jorge Liboreiro
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Ein gefällter Baum in Nigeria
Ein gefällter Baum in Nigeria   -   Copyright  GEORGE OSODI/AP

Von der EU finanzierte industrielle Kautschukplantagen tragen zur Massenentwaldung in West- und Zentralafrika bei, aber Kautschuk bleibt in den Plänen der Europäischen Union zur Bekämpfung der Entwaldung unberücksichtigt, laut neuen Untersuchungen der Umweltorganisation Global Witness.

„Europa ist definitiv an all dem mitschuldig. Es sind nicht nur die Unternehmen und die europäischen Reifenhersteller, sondern auch die europäischen Banken, die die Gummiproduktion unterstützen“, sagt Giulia Bondi, Waldschutz-Aktivistin von Global Witness, gegenüber Euronews.

Die EU hat behauptet, sie führe die Bemühungen zur Bekämpfung der Entwaldung an, wobei sich die Staats- und Regierungschefs der Welt auf der jüngsten UN-Klimakonferenz in Glasgow darauf einigten, die Entwaldung bis 2030 zu beenden.

Aber Global Witness sagt, dass die Kautschukplantagen tatsächlich expandieren und Einheimische aus indigenen Gemeinschaften von ihrem Land und in die Armut zwingen.

„Erfolgreiche Lobbyarbeit in der Reifenindustrie hat die Kommission dazu gedrängt, Gummi von der Liste zu streichen“, sagt Bondi.

Der Europäische Verband der Reifen- und Gummihersteller sagte in einer schriftlichen Erklärung gegenüber Euronews, dass sich die Branche verpflichtet habe, „Initiativen zu unterstützen, die darauf abzielen, die Entwaldung zu stoppen“.

"Unsere Branche hat zusammen mit anderen wichtigen Interessenvertretern aktiv an der Entwicklung von Lösungen für eine nachhaltige Lieferkette von Naturkautschuk gearbeitet und wird dies auch weiterhin tun."

Die Industrie habe sich „auf die Bekämpfung der Entwaldung konzentriert, indem sie vor Ort etwas bewirkt und mit lokalen Gemeinschaften und Kleinbauern zusammenarbeitet“.

Die Verhandlungen über den Entwaldungsplan der EU sind im Gange, und eine Abstimmung wird im Herbst erwartet.

Europaabgeordnete sagen, die Kommission behaupte, sie wolle einen wissenschaftsbasierten Ansatz verfolgen, aber dann politisch motivierte Entscheidungen treffen.

„Es geht nicht darum, auszuhandeln, welche Industrie von einer Verordnung ausgenommen werden soll. Es geht darum, dass wir Europäer die Verantwortung für unseren globalen Fußabdruck der Entwaldung übernehmen, daher halte ich es für wichtig, dass Studien wie die von Global Witness uns zeigen, dass wir dazu einen Beitrag in verschiedenen Regionen der Welt leisten", meint die deutsche Sozialdemokratin Delara Burkhardt.

Da für die Industrie so viel auf dem Spiel steht, wird es trotz des Klimanotstands nicht einfach sein, Kompromisse zu finden.

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