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Chaos am Flughafen: Rechtekenntnis lohnt sich

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Von Pedro Sacadura
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Abflughalle Flughafen Brüssel während des landesweiten Streiks am 20. Juni 2022.
Abflughalle Flughafen Brüssel während des landesweiten Streiks am 20. Juni 2022.   -   Copyright  Olivier Matthys/AP

Streiks, Verspätungen, Personalmangel – Europas Luftverkehr ist in diesem Sommer ein Bild des Grauens.

Daniel Rothier aus Belgien ist unter den Leidtragenden, wir haben ihn in Brüssel besucht.

Seine Reise nach Verona Anfang dieses Monats wurde zum Albtraum, als sein Hinflug gestrichen wurde, ohne Angabe von Gründen, wie er sagt:

“Am 7. Juni wurden wir per E-mail davon unterrichtet, dass der Flug am 8. Juni gestrichen ist. Die einzige vorgeschlagene Lösung war ein Platz im Flug vom 10. Juni, zwei Tage später. Wir fragten unseren AirBnB Gastgeber, ob wir unseren Aufenthalt verlängern könnten, und nach einigen Schwierigkeiten gelang es uns, das zu erreichen, wenn auch nicht zum selben Preis. Von der Fluggesellschaft, Ryanair, keinerlei Erklärung. Wir haben es per E-mail und Telefon versucht, keine Antwort.”

Daniel bemüht sich jetzt um Kompensation der Extrakosten, nicht viele tun das.

Aber es kann sich lohnen. Gemäß EU-Regeln, muss die Fluggesellschaft im Falle einer Streichung des Fluges entweder

- den Preis desTickets ersetzen,

- oder ihn umbuchen, selbst wenn dazu eine andere Fluggesellschaft nötig ist,

- und in manchen Fällen sind Enstchädigungsforderungen zulässig.

Verbraucherorganisationen kritisieren, dass Fluggesellschaften ihre Gäste absichtlich darüber im Dunkeln lassen, und fordern einen automatischen Entschädigungsmechanismus.

Steven Berger vom europäischem Dachverband der Verbraucherorganisationen, BEUC, erklärt:

“Im Falle eines Sturms, oder eines Streiks des Flughafenpersonal haben sie kein Recht auf Entschädigung, das sind außerordentliche Umstände. In anderen Situationen haben sie ein Recht auf Entschädigung, deren Höhe von der Flugstrecke abhängt.

Ryanair erklärte gegenüber Euronews auf Anfrage via E-mail, "Jegliche Behauptungen, das Entschädigungssystem von Ryanair sei unfair und kompliziert sind vollkommen falsch. Alle Fluggäste, die Störungen erleben, werden per E-Mail oder SMS über ihre Optionen und Rechte informiert".

Die unmittelbare Zukunft sieht nicht rosig aus, nachdem Fluggesellschaften weltweit tausende Flüge gestrichen haben.

Fluggäste sind also gut beraten, alle Rechnungen und Belege aufzubewahren und auf ihren Rechten zu bestehen.

Journalist • Andreas Rogal