Poroschenko: Nach Leopard-Panzern braucht die Ukraine Kampfjets

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Von Stefan Grobe  & Sandor Tsiros
Der fühere ukrainische Präsident Petro Poroschenko
Der fühere ukrainische Präsident Petro Poroschenko   -   Copyright  Mikhail Palinchak, Presidential Press Service Pool Photo via AP, File

Der frühere ukrainische Präsident Petro Poroschenko sieht in der Bereitstellung deutscher Leopard-Panzer einen Beitrag zur Verbesserung der Situation seines Landes auf dem Schlachtfeld.

Allerdings komme diese Entscheidung zu spät, da Russland Zeit hatte, seine Position zu stärken, sagte er gegenüber Euronews. Ein wirklicher Durchbruch werde aber erst durch Kampfjets erreicht.

Poroschenko regierte das Land zwischen 2014 und 2019.

Poroschenko: "Die Leopard-Entscheidung hat die Situation verbessert, definitiv. Auf jeden Fall hängt es von der Anzahl der Panzer ab, denn ob es sich um eine Panzerkompanie oder um mehrere Panzerbrigaden handelt, ist ein Unterschied. Aber wenn Sie über den Game Changer sprechen - das ist der Leopard nicht mehr. Wenn dies vor einem halben Jahr stattgefunden hätte, als Russland schwächer war als jetzt, wäre das zusammen mit dem Schützenpanzer, zusammen mit der Luftverteidigung definitiv ein Wendepunkt gewesen. Jetzt sorgt Russland für die Mobilisierung. Jetzt schickt Russland eine beträchtliche Anzahl von Truppen und Panzern an die Front."

Poroschenko führt heute eine Oppositionspartei an, unterstützt aber die nationale Einheit im Kampf gegen Russland. In Brüssel bat er auch um ausgefeiltere Waffen aus dem Westen, insbesondere Kampfjets.

Poroschenko: "Was ist jetzt der Game Changer? Das ist der Düsenjäger. Und wir sollten sofort starten, ohne Zeit zu verschwenden: das Trainingsprogramm für die ukrainischen Piloten und die Vorbereitung auf die Lieferung der Kampfjets an die Ukraine. Übrigens ist dies keine Angriffswaffe. Düsenjäger sollen die Ukrainer, den ukrainischen Himmel vor den Russen schützen und die russische Dominanz im ukrainischen Luftraum stoppen."

Euronews: Als Präsident haben Sie mit Putin über das Minsker Abkommen verhandelt. Sehen Sie in naher Zukunft keinen Raum für Verhandlungen mit Putin zwischen der Ukraine und Russland?

Poroschenko: "Nein. Wir sollten einfach einen sehr professionellen, sehr großartigen Unterhändler, einen sehr großartigen Diplomaten haben, der Putin gegenübersitzt. Und ich habe diesen Unterhändler und ich habe diesen Diplomaten. Kennen Sie seinen Namen?"

Euronews: Nein. Wer ist das?

Poroschenko: "Überraschung. Dieser Diplomat ist die Armee der Ukraine. Wir hatten eine großartige Verhandlung mit Putin an der Grenze zu Kiew. Wir haben ihn zurückgeworfen. Wir hatten eine großartige Verhandlung, als Putin die Region Charkiw besetzte. Wir besiegten ihn. Wir hatten eine großartige Verhandlung, als Putin die Region und die Stadt Kherson besetzte. Und wir fanden genug Argumente, um Putin von dort zu vertreiben. Machen wir also diesen unseren Unterhändler noch stärker."

Das Gespräch führte Sandor Tsiros.