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Finanzminister: "Es ist besser für Polen, den Złoty zu behalten"

Polens Finanzminister Andrzej Domański
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Von Anna Weglarczyk
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Polens Finanzminister Andrzej Domanski sagt, es sei besser beim Złoty zu bleiben. Die Landeswährung bringe der Wirtschaft in einer Zeit globaler Unsicherheit mehr Flexibilität, trotz der Debatte über eine stärkere Integration der Eurozone.

In einem Gespräch mit Euronews im Europäischen Parlament betonte Polen Finanzminister Andrzej Domanski, das am Dienstag unterzeichnete Freihandelsabkommen mit Indien wäre zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Europa gekommen. Denn die weltweiten Handelsspannungen würden zunehmen und die EU versuche, ihre Wirtschaftspartnerschaften zu diversifizieren.

Trotz seiner starken Wirtschaftsleistung bleibt Polen vorsichtig, was den Beitritt zur Eurozone angeht, und Domanski argumentierte, dass die Beibehaltung des Złoty wirtschaftliche Flexibilität in Zeiten externer Schocks bietet.

"Unsere eigene Währung kann in Krisenzeiten als Puffer dienen und der Wirtschaft helfen, sich zu erholen", sagte er, räumte aber ein, dass es auch Argumente für eine Euro-Mitgliedschaft gibt.

"Ich glaube, dass es im Moment für Polen besser ist, beim Złoty zu bleiben", so Domanski.

Warum das EU-Indien-Abkommen für Polen wichtig ist

Die Staats- und Regierungschefs der EU begrüßten das Freihandelsabkommen mit Indien - als "Mutter aller Abkommen" bezeichnet- als das ehrgeizigste Handelsabkommen, das die EU je ausgehandelt hat und das den Zugang zu einem Markt mit 2 Milliarden Verbrauchern eröffnet.

Der Europäischen Kommission zufolge wird der Pakt mit Neu-Delhi die Zölle auf EU-Produkte - von Autos bis hin zu Wein - drastisch senken, weil die Welt nach den Zöllen von US-Präsident Donald Trump nach alternativen Märkten sucht.

Für Polen, eine der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften der EU, wird das Abkommen als Tor zu neuen Exportmöglichkeiten gesehen.

"Polnische Unternehmen expandieren schnell und brauchen neue Märkte", sagte Domanski.

"Indien ist eine dynamische Wirtschaft mit enormem Potenzial, und dieses Abkommen schafft Raum für eine stärkere Zusammenarbeit in Sektoren, in denen der Zugang bisher beschränkt war."

Laut Warschau muss das Abkommen zwar noch genauer geprüft werden, die Regierung ist jedoch der Ansicht, dass es die polnischen Exporte und Investitionsbeziehungen mit Indien erheblich steigern könnte.

Turbulente Weltwirtschaft

Domanski stellte das Abkommen auch in den Kontext der allgemeinen geopolitischen Unsicherheit, einschließlich der angespannten Beziehungen zwischen der EU und den USA und des weltweit zunehmenden Protektionismus.

"Niedrigere Zölle sind immer besser als höhere Zölle", sagte er. "Sie sind gut für Unternehmen, Verbraucher und die Wirtschaft. Diversifizierung ist wichtig, und Indien ist ein natürlicher Partner mit hohem Wachstumspotenzial".

Polen ist jedoch weiterhin gegen das Handelsabkommen zwischen der EU und Mercosur mit den südamerikanischen Ländern und warnt, dass es den polnischen Landwirten schaden könnte.

Warschau hat auf zusätzliche Schutzmaßnahmen zum Schutz des Agrarsektors gedrängt.

Das Abkommen wurde am 17. Januar unterzeichnet und soll eine Freihandelszone mit über 700 Millionen Menschen schaffen. Es ist jedoch in ganz Europa umstritten, und mehrere Länder wie Frankreich und Ungarn haben sich entschieden dagegen ausgesprochen.

Warschaus Bewerbung um die Europäische Zollagentur

Polen positioniert sich auch als Kandidat für die künftige Europäische Zollagentur (EUCA), die eine Schlüsselrolle bei der Stärkung der EU-Grenzkontrollen und der Durchsetzung der Zollvorschriften spielen soll.

"Polen hat die Zollreform durchgeführt, verfügt über erfahrene Zollbeamte und ausgezeichnete Verkehrsverbindungen", sagte er und verwies auf die zentrale Lage Warschaus und die Nähe des Chopin-Flughafens zum Stadtzentrum.

Er hob auch das wachsende wirtschaftliche Gewicht Polens hervor und sprach sich dafür aus, dass die EU-Agenturen geografisch ausgewogener auf die Mitgliedstaaten verteilt werden sollten.

"In Zeiten zunehmender Unsicherheit braucht Europa eine einzige Stelle, die die Kontrolle über seine Zollgrenzen übernimmt", sagte der Minister.

"Hier geht es um Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und den Schutz des Binnenmarktes".

Eine endgültige Entscheidung über den Standort der EUCA wird im Laufe dieses Jahres erwartet. Neun EU-Hauptstädte bewerben sich um den Sitz der Behörde, darunter Lille, Rom und Den Haag.

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