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Weltweiter Weinkonsum sinkt - Frankreich bleibt seinem liebsten Kind treu

Der weltweite Weinkonsum war im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig
Der weltweite Weinkonsum war im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig Copyright  AP Photo/Francois Mori
Copyright AP Photo/Francois Mori
Von Andrea Barolini
Zuerst veröffentlicht am
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Der jüngste Bericht der Internationalen Organisation für Rebe und Wein zeigt einen sinkenden weltweiten Weinkonsum auf. Auch in Frankreich, Deutschland und Italien gab es einen leichten Rückgang, doch bleiben die drei in der Statistik hinter den USA an der Spitze.

Der weltweite Weinkonsumist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf insgesamt 208 Millionen Hektoliter gesunken. Dies geht aus dem jüngsten Bericht State of the World Wine Sector 2025 hervor, der von der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) veröffentlicht wurde. Das Dokument weist auch darauf hin, dass dieser Rückgang in einem relativ stabilen Abwärtstrend seit 2018 liegt. Seit 2018 sank das weltweite Konsumvolumen demnach um 14 Prozent. Wobei die Organisation auf die eingeschränkte Verlässlichkeit der Zahlen hinweist. Der Konsum werde anhand der Produktion plus Importe abzüglich der Exporte ermittelt , mit Anpassung an die jeweiligen nationalen Lagerbestände, die nicht überall gleich zuverlässig erhoben werden könnten.

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Veränderte Lebensgewohnheiten, Klimawandel, wirtschaftlicher Druck

Laut der Handelsorganisation spiegelt diese Dynamik "die Wechselwirkung zwischen langfristigen Veränderungen im Konsumverhalten und einem schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld in den vergangenen Jahren wider. In mehreren reifen Weinmärkten beeinflussen veränderte Lebensstilpräferenzen, sich wandelnde soziale und generationsbedingte Gewohnheiten weiterhin das Verbraucherverhalten".

Hinzu kam laut dem Bericht der Druck durch Pandemie, geopolitische Spannungen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Weinberge, in jüngster Zeit zudem Handelsunterbrechungen und Inflation, die zu sinkender Kaufkraft und Verbrauchervertrauen beigetragen hätten.

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass die Anbaufläche im Jahr 2025 weltweit um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr zurückging. Der sechste Rückgang in Folge, der alle Rebsorten betraf, bei den Keltertrauben aber am stärksten ausgefallen sei.

Produktion leicht gestiegen - aber nicht ausschließlich für Wein

Bei der Produktion gab es hingegen 2025 einen leichten Anstieg um 0,6 Prozent auf 227 Millionen Hektoliter - nach dem historischen Tiefstand von 2024. Die OIV weist weiter darauf hin, dass "auch wenn die Produktion höher erscheint als der Verbrauch, die industriellen Verwendungen wie Destillation, Essigherstellung, Weinerzeugnisse und Spirituosen berücksichtigt werden müssen: Diese werden auf durchschnittlich etwa 30 Millionen Hektoliter pro Jahr geschätzt".

Weinflaschen zum Verkauf in einem Geschäft in London, Vereinigtes Königreich
Weinflaschen zum Verkauf in einem Geschäft in London, UK AP Photo/Sang Tan

Insgesamt ist dies bereits das dritte Jahr in Folge mit einer niedrigen weltweiten Produktion, was zum Teil auf die Häufung extremer Wetterereignisse in beiden Hemisphären zurückzuführen sei, verursacht durch den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur. Es gebe jedoch einige Ausnahmen, wie z. B. Brasilien, Neuseeland, Südafrika und Moldawien, die nach den schlechten Ernten des Jahres 2024 Anzeichen einer Erholung zeigten.

US-Zölle dämpfen Welthandel: Exporte sinken um 4,7 Prozent

In Bezug auf den internationalen Handel heißt es in dem Bericht: "Das Jahr 2025 war vor allem durch eine erhöhte Handelsunsicherheit im Zusammenhang mit den US-Zöllen sowie durch eine schwächere Nachfrage auf mehreren wichtigen Importmärkten gekennzeichnet". So "sanken die weltweiten Weinexporte auf 94,8 Millionen Hektoliter (-4,7 Prozent gegenüber 2024), während ihr Wert auf 33,8 Milliarden Euro (-6,7 Prozent) zurückging, was sowohl geringere Handelsmengen als auch eine moderate Preisanpassung widerspiegelt".

Die dynamischsten Märkte im Jahr 2025 waren Portugal, Brasilien und Japan, sowie einige Regionen in Mittel- und Osteuropa. Insbesondere die Europäische Union stellt im Jahr 2025 einen Markt von mehr als 100 Millionen Hektolitern dar, was 48 Prozent des Weltverbrauchs entspricht. In den Mitgliedsländern gab es allerdings auch einen Rückgang: um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 6,9 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

EU-Markt: Frankreich, Italien und Deutschland an der Spitze

Frankreich, Italien und Deutschland bleiben mit einem Verbrauch von 22 Mio., 20,2 Mio. bzw. 17,8 Mio. Hektolitern mit Abstand die drei wichtigsten Märkte in Europa. In allen Fällen sind diese Werte jedoch rückläufig. Genauso wie in Spanien, wo 9,4 Millionen Hektoliter nicht überschritten wurden. Auch in den Niederlanden war der Verbrauch rückläufig (2,9 Millionen, -12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Portugal hingegen erreichte 5,6 Millionen Hektoliter und scheint sich mit einem Anstieg von 5,6 Prozent gegenüber 2024 gegen den Trend zu stemmen. Ein ähnlicher Trend ist auch in Rumänien zu beobachten, wo der Weinkonsum im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 3,5 Millionen Hektoliter anstieg, sowie in Österreich (+6 Prozent auf 2,4 Millionen Hektoliter).

Jede zweite Flasche Wein wird außerhalb ihres Herkunftslandes konsumiert

Außerhalb der EU liegt Großbritannien beim Verbrauch weltweit an fünfter Stelle, wenn auch mit einem Rückgang um 2,4 Prozent im Jahr 2025 auf 12,3 Millionen Hektoliter. Auch Russland verzeichnete einen Rückgang von 5,5 Prozent und die Schweiz von 3,6 Prozent.

Im Gegensatz dazu bleiben die Vereinigten Staaten der weltweit größte Markt außerhalb der EU, auch wenn der Verbrauch im Jahr 2025 um 4,3 Prozent auf 31,9 Millionen Hektoliter zurückging. "Obwohl es sich um einen seit vielen Jahren wachsenden und sehr widerstandsfähigen Markt handelt, hat sich der Verbrauch in letzter Zeit verlangsamt", so die OIV, die diese Dynamik auf eine Kombination von demografischen, verhaltensbezogenen und wirtschaftlichen Faktoren zurückführt, einschließlich eines geringeren Alkoholkonsums in jüngeren Altersgruppen.

Schließlich unterstreicht die Organisation, dass "der Grad der Internationalisierung historisch hoch geblieben ist, wobei fast jede zweite Flasche außerhalb ihres Herkunftslandes konsumiert wird, was die strukturelle Rolle des internationalen Handels im Weinsektor bestätigt".

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