EU schickt größte Löschflotte nach Südeuropa, um Staaten im Kampf gegen Waldbrände zu unterstützen. Reicht das – und worauf muss Brüssel jetzt setzen?
Die EU hat ihre bislang größte Reaktion auf Wald- und Flächenbrände gestartet. In diesem Sommer kämpfen Frankreich, Spanien, Griechenland und Italien gegen massive Feuer. Die Lage entfacht eine alte Diskussion neu: Soll Brüssel mehr Geld in die Brandbekämpfung stecken oder in Maßnahmen, die Brände von vornherein verhindern?
Das aktuelle Instrumentarium der EU setzt an mehreren Ebenen an. Im akuten Krisenfall hält das Programm rescEU Löschflugzeuge und Löschhubschrauber bereit. Dahinter stehen 777 vorab stationierte Feuerwehrkräfte aus 14 Ländern und ein neuer Luftstützpunkt in Zypern. Das Emergency Response Coordination Centre ordnet diese Kapazitäten in Echtzeit den Staaten zu, die besonders unter Druck stehen.
Zur Überwachung kartieren Copernicus-Satelliten laufende Brände und bereits verbrannte Flächen. Das System EFFIS prognostiziert die Brandgefahr bis zu zehn Tagen im Voraus und verschafft den nationalen Behörden einen Vorsprung bei der Frühwarnung.
Die im März 2026 vorgestellte Strategie der Europäischen Kommission setzt jedoch stärker auf Vorbeugung: besseres Flächenmanagement, Schneisen gegen Feuer, strengere Bauvorschriften und die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme. Verantwortliche räumen ein, dass Flugzeuge eine Feuerfront, die sich über Kilometer erstreckt, nur noch eindämmen, aber nicht mehr vollständig löschen können.
Soll die EU vor allem in zusätzliche Flugzeuge und Einsatzkräfte investieren, in präzisere Satellitenprognosen oder in einen deutlich stärkeren Fokus auf Prävention? Unsere Umfrage ist anonym und lässt sich in wenigen Sekunden ausfüllen. Die Ergebnisse fließen in die XL-Berichterstattung aus der ganzen EU ein – in Videos, Artikeln und Newslettern – und helfen uns, einzuordnen, wie Europa seine Position im Zeitalter der künstlichen Intelligenz sichern kann.