Die spanische Nationalpolizei hat am Montag in Loma Colmenar in Ceuta Warnschüsse abgegeben, um einen Massenansturm auf ein Aufnahmezentrum zu stoppen.
Die spanische Nationalpolizei hat am Montag in Loma Colmenar mit Räumungseinsätzen und Warnschüssen eingegriffen. Das Gelände in Ceuta ist für Migranten eingerichtet worden, die bis vor wenigen Tagen am Strand Trampolín schliefen. Hunderte Menschen, die seit Stunden vor dem Gelände gewartet hatten, versuchten, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen, nachdem eine erste Gruppe auf das Gelände gelangt war.
Dabei kam es zu Drängeleien und Rangeleien unter den Migranten. Die Beamten setzten daraufhin Schlagstöcke ein und gaben Warnschüsse ab, um die Lage unter Kontrolle zu bringen, wie mehrere spanische Medien berichten. In dem Stadtteil neben dem Universitätskrankenhaus wurde eine Freifläche mit Zelten eingerichtet, um einen Teil der Tausenden Menschen unterzubringen, die nach dem massenhaften Grenzübertritt am 30. Juli weiterhin in Ceuta ausharren.
Die Zelte sind inzwischen nahezu vollständig belegt. Dort leben Menschen, die zuvor am Strand Trampolín geschlafen hatten und nach Loma Colmenar verlegt wurden, um ihre Unterbringungssituation zu verbessern. Nach Angaben der Polizei, auf die sich spanische Medien berufen, warten jedoch weiterhin Hunderte Menschen außerhalb des Geländes auf einen Platz.
Die Lage spitzte sich am Montag zu, als einige von ihnen auf das Gelände gelangten und andere versuchten, ihnen zu folgen. Die Einsatzkräfte vor Ort griffen ein, um die Menschenmenge zurückzudrängen. Berichten zufolge setzten sie dabei auch Ausrüstung zur Auflösung von Unruhen ein und gaben Warnschüsse mit Gummigeschossen ab. Aufgrund des Einsatzes war der Verkehr auf den Zufahrtsstraßen zum Universitätskrankenhaus vorübergehend eingeschränkt.
Ceuta: Seit zwei Wochen Spannungen und Zusammenstöße
Der Vorfall in Loma Colmenar folgt auf eine Reihe von Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen Anwohnern, Migranten sowie Sicherheitskräften, die in den vergangenen zwei Wochen in Ceuta registriert wurden. Am Abend des 26. August gingen Tausende Menschen in Ceuta auf die Straße, um den Abzug der Migranten sowie Rücktritte wegen des Umgangs mit der Krise zu fordern.
Für eine Stadt mit rund 84.000 Einwohnern war die Demonstration außergewöhnlich groß. Ein Teil des Protests verlagerte sich anschließend an den Strand Trampolín, wo einige Demonstranten versuchten, Zelte des Lagers abzubauen und Habseligkeiten der Migranten ins Meer zu werfen. Die Polizei stellte sich zwischen Demonstranten und Migranten und griff ein, um direkte Zusammenstöße zu verhindern.
Die Spannungen hielten auch in den folgenden Tagen an. Anwohner blockierten Hilfslieferungen des Roten Kreuzes, rund um die Lager kam es zu weiteren Zwischenfällen und an nur einem Tag wurden bis zu zwölf Menschen festgenommen. Die Sicherheitskräfte mussten mehrfach eingreifen, um Anwohner sowie Migranten voneinander zu trennen und weitere Ausschreitungen einzudämmen.
Die Lage bleibt angespannt, während Tausende Menschen in Ceuta weiterhin auf eine Unterbringungsmöglichkeit warten.
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