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KI in Davos 2026: Von Arbeit bis zu sicherer, nützlicher KI: Das sagen Tech-Führungspersönlichkeiten

Microsoft-Chef Satya Nadella spricht bei einer Paneldiskussion auf der 56. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos in der Schweiz. Dienstag, 20. Januar 2026.
Satya Nadella, Microsoft-Chef, spricht bei einer Podiumsdiskussion auf der 56. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz. Dienstag, 20. Januar 2026. Copyright  Gian Ehrenzeller/Keystone via AP
Copyright Gian Ehrenzeller/Keystone via AP
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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In Davos sprachen die Konzernchefs von Microsoft, Anthropic und Google DeepMind über KI. Sie entwarfen ihre Visionen und nannten auch ihre Sorgen.

Künstliche Intelligenz (KI) prägt in Davos 2026 fast jedes Gespräch. Sie steht damit auf einer Stufe mit klassischen Reizthemen wie Zöllen, internationaler Konkurrenz und geopolitischen Spannungen.

Im vergangenen Jahr sorgte das chinesische Unternehmen DeepSeek in Davos für Wirbel. Es stellte ein KI-Modell und einen Chatbot vor, die laut Firma günstiger seien und so gut arbeiten wie das Konkurrenzmodell ChatGPT von OpenAI.

Dieses Jahr gehen die Debatten weiter. Es geht um den Einsatz von KI, um Risiken der Technologie und um ihre Folgen für Arbeit und Gesellschaft.

Das sagen Technologie-Führungspersönlichkeiten in Davos.

„Etwas Nützliches tun“: Satya Nadella

Microsofts Vorstandschef Satya Nadella betonte, KI solle einen echten Nutzen stiften.

„Als Weltgemeinschaft müssen wir dahin kommen, [KI] so einzusetzen, dass sie etwas Nützliches bewirkt – für Menschen, Gemeinschaften, Länder und Branchen“, sagte Nadella.

Nadella warnte, dass KI sehr ungleich über den Globus ausgerollt wird, vor allem begrenzt durch Kapital und Infrastruktur.

Damit KI ihr Potenzial entfaltet, brauche es „notwendige Rahmenbedingungen“, sagte er – vor allem Investitionen und passende Infrastruktur. Große Tech-Konzerne „investieren weltweit, auch im globalen Süden“. Entscheidend seien jedoch Regeln, die öffentliches und privates Kapital anziehen.

Kritische Infrastruktur, etwa Stromnetze, werde „grundsätzlich von Regierungen“ vorangetrieben, sagte er. Private Firmen könnten erst dann effizient arbeiten, wenn Grundsysteme wie Energie- und Telekomnetze stehen.

„Keine Chips an China zu verkaufen ist eines der wirksamsten Mittel“: Dario Amodei

Der Geschäftsführer und Mitgründer von Anthropic nannte die Entwicklung von KI spannend. Man stehe „an der Schwelle zu erstaunlichen Fähigkeiten“. Die nächsten Jahre seien aber entscheidend dafür, wie wir diese Technologie regulieren und steuern.

Es ging um die Zeit nach der sogenannten allgemeinen künstlichen Intelligenz (AGI). Also darum, wenn KI menschliche kognitive Fähigkeiten erreicht oder übertrifft – und wir die Kontrolle verlieren könnten.

Amodei sagte: „Keine Chips an China zu verkaufen ist eines der wirksamsten Mittel, damit wir Zeit gewinnen, das in den Griff zu bekommen“ – gemeint ist KI, die außer Kontrolle gerät. Gegenüber Bloomberg warnte er zudem vor „schweren“ Folgen für den KI-Vorsprung der USA, weil nun Nvidias H200-KI-Chips nach China verkauft werden.

ARCHIV - Dario Amodei, Geschäftsführer und Mitgründer von Anthropic, nimmt an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, am 23. Januar 2025 teil.
ARCHIV - Dario Amodei, Geschäftsführer und Mitgründer von Anthropic, nimmt an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, am 23. Januar 2025 teil. FILE- AP Photo/Markus Schreiber

Amodei fügte hinzu: Wenn „geopolitische Gegner, die in ähnlichem Tempo aufbauen, langsamer machen“, werde der eigentliche KI-Wettbewerb zwischen ihm und anderen Tech-Firmen stattfinden – und nicht zwischen den USA und China.

Bekannt ist seine Prognose: KI könnte die Hälfte aller Einstiegsjobs in Büroberufen verdrängen.

Aktuell sieht er jedoch keinen massiven KI-Effekt auf den Arbeitsmarkt. In der Programmierbranche beobachte er aber erste Veränderungen.

Demis Hassibis: „Neue, sinnstiftende Jobs entstehen“

Der Chef von Googles DeepMind zeigte sich optimistischer. Auf demselben Panel wie Amodei sagte er, er erwarte, dass „neue, sinnstiftende Jobs entstehen“.

Hassibis rechnet mit weniger Praktikumsstellen. Das werde jedoch „durch die großartigen Tools, die allen offenstehen“, ausgeglichen.

Studierenden riet er, statt Praktika zu absolvieren die Zeit zu nutzen, um „diese Werkzeuge richtig zu beherrschen“. Das „könnte besser sein als klassische Praktika, weil man sich damit für die nächsten fünf Jahre einen Vorsprung verschafft“.

Er warnte jedoch: Nach dem Erreichen von AGI bewege sich der Arbeitsmarkt in „unbekanntem Terrain“.

Das könne in fünf bis zehn Jahren der Fall sein, sagte Hassibis. Dann gebe es womöglich nicht genug Arbeit für alle. Das werfe größere Fragen nach Sinn und Zweck auf, nicht nur nach Löhnen.

Der CEO betonte zudem, dass geopolitischer Wettbewerb und das Rennen der KI-Firmen Sicherheitsstandards unter Druck setzen. Er forderte eine internationale Verständigung, etwa einen Mindeststandard für Sicherheit, der in ruhigerem Tempo entsteht, damit „wir das für die Gesellschaft richtig machen“.

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