Die von SpaceX gebaute Firmensiedlung Starbase will nun eine eigene Polizei. Grund sind die teuren Anlagen vor Ort und die relativ abgeschiedene Lage.
Starbase, die von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX gegründete Unternehmensstadt im Süden von Texas, baut eine eigene Polizeieinheit auf.
Die Stadtkommission hat dem Aufbau einer kommunalen Polizeibehörde am Dienstag in einer Sitzung zugestimmt. Die texanische Aufsichtsbehörde für Strafverfolgung (Texas Commission on Law Enforcement, TCOLE) muss den Plan jedoch noch genehmigen.
Starbase dient SpaceX als Testgelände für die Starship-Prototypen und zählt nur einige Hundert Einwohnerinnen und Einwohner, überwiegend Beschäftigte des Unternehmens und ihre Familien. Der Standort liegt abgelegen; die nächstgelegene Stadt Brownsville ist mit dem Auto rund fünfundvierzig Minuten entfernt.
„Es gibt hier viele Anlagen und Ausrüstung von SpaceX. Die müssen geschützt werden, und dabei werde die Polizeibehörde eine zentrale Rolle spielen“, zitierte TechCrunch den Stadtverwalter von Starbase, Kent Myers.
An der Spitze der neuen Einheit soll ein Polizeichef stehen, den die Kommission von Starbase wählt. Die Stadt rechnet damit, etwa acht Beamtinnen und Beamte einzustellen; die Dienststelle könnte bereits in wenigen Monaten einsatzbereit sein.
Starbase hat dem Vernehmen nach auch die Sicherheitsberatungsfirma Vision Quest Solutions engagiert, die beim Aufbau der neuen Einheit helfen soll.
Unklar ist, ob TCOLE den Antrag der Stadt auf Zulassung der Polizeibehörde bereits erhalten hat.
Euronews Next hat Starbase um eine Stellungnahme gebeten.
Eine aus der Not entstandene Polizeitruppe
Zuvor hatte Starbase versucht, seinen Bedarf an Polizeiarbeit über das Sheriff-Büro des Bezirks Cameron zu decken. Beide Seiten einigten sich auf einen Fünfjahresvertrag im Volumen von drei Komma fünf Millionen Dollar (zwei Komma neun Millionen Euro).
Vorgesehen war, dass jeweils zwei Sheriff-Stellvertreter gleichzeitig in der Stadt auf Streife gehen; insgesamt sollten acht Beamte zur Verfügung stehen.
Die Unternehmensstadt hatte außerdem mit dem Sheriff-Büro vereinbart, das Bezirksgefängnis mitzunutzen. Starbase sagte zu, pro Häftling einhundert Dollar (vierundachtzig Euro) pro Tag zu zahlen sowie zusätzliche Kosten etwa für medizinische Versorgung zu übernehmen.
Die Vereinbarung scheiterte jedoch, vor allem weil der Vertrag keinen Schutz für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vorsah.
Neben der geplanten Polizeieinheit verfügt Starbase bereits über eine freiwillige Feuerwehr, die von SpaceX-Beschäftigten betrieben wird. Die Abteilung hat einen eigenen Fire Marshal und übernimmt Genehmigungen sowie Bauabnahmen in Eigenregie.