Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

China baut kompaktes Mikrowellensystem für mögliche Starlink-Abwehrwaffe

Auf der Langzeitaufnahme startet eine Falcon-9-Rakete von SpaceX. An Bord: die fünfundzwanzigste Tranche von rund sechzig Starlink-Satelliten.
Diese Langzeitaufnahme zeigt den Start einer Falcon‑9‑Rakete von SpaceX mit der fünfundzwanzigsten Charge von rund 60 Starlink-Breitband-Satelliten. Copyright  AP Photo/John Raoux
Copyright AP Photo/John Raoux
Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Ein kompakter Pulsenergietreiber könnte verdeckte Hochleistungs-Mikrowellenangriffe im All ermöglichen und China im Waffenwettlauf vor die USA und Russland bringen.

China hat eine neue Militärtechnologie entwickelt, die eines Tages Satellitennetze wie Starlink stören könnte. Das geht aus einer Studie hervor.

Forschende am Northwest Institute of Nuclear Technology (NINT), einer mit dem chinesischen Militär verbundenen Forschungseinrichtung in Xi'an, berichten, sie hätten den weltweit kleinsten Generator für eine Hochleistungs-Mikrowaffe (High Power Microwave, HPM) entwickelt – ein System, das sich eines Tages zur Störung von Satellitennetzen wie Starlink einsetzen ließe.

Das Gerät mit der Bezeichnung TPG1000Cs ist etwa vier Meter lang und wiegt rund fünf Tonnen. Es ist damit deutlich kompakter als vergleichbare Systeme.

„Das System hat über durchgehende Zeiträume von jeweils einer Minute einen stabilen Betrieb gezeigt und dabei etwa 200.000 Pulse mit gleichbleibender Leistung erzeugt“, heißt es in der Studie.

Bislang konnten ähnliche, bekannte Systeme höchstens einige Sekunden am Stück laufen und waren deutlich voluminöser. Dadurch ließen sie sich nur schwer in kleinere Waffensysteme integrieren.

Laut der Studie kann das TPG1000Cs-System elektrische Pulse mit einer Spitzenleistung von 20 Gigawatt erzeugen. Das übertrifft klar die rund ein Gigawatt, die Fachleute für nötig halten, um von der Erde aus Satellitennetze im niedrigen Erdorbit wie Starlink stören zu können.

Wie funktioniert die Technik?

Die Vereinigten Staaten, Russland und China erforschen seit Jahren, ob sich Hochleistungs-Mikrowellen zu Waffen ausbauen lassen, die Satelliten beeinträchtigen oder ausschalten können.

Wer Satelliten mit konventionellen Waffen zerstört, erzeugt große Trümmerwolken im Orbit. Diese können andere Raumfahrzeuge gefährden – auch die der angreifenden Seite.

Mikrowellenwaffen könnten dagegen theoretisch Elektronik lahmlegen, ohne nennenswerte Trümmer zu erzeugen. Das würde militärische Vorteile bringen und Angriffe zugleich schwerer nachweisbar machen.

Solche Systeme speichern zunächst elektrische Energie und geben sie dann in einem plötzlichen, sehr starken Impuls ab. Dieser Puls erzeugt intensive Mikrowellenstrahlung, die Elektronik stören kann.

Starlink-Satellitenverbindungen werden genutzt, um die ukrainische Kommunikationsinfrastruktur während der russischen Invasion zu unterstützen. Das System hat sich dabei als widerstandsfähig gegen Störversuche erwiesen.

Veröffentlicht wurde die Studie am 13. Januar in der chinesischen Fachzeitschrift High Power Laser and Particle Beams.

China hat in den vergangenen Jahren mehrere Arbeiten veröffentlicht, die die Notwendigkeit betonen, Wege zur Störung großer Satellitenkonstellationen zu entwickeln – darunter Elon Musks Starlink-Netz.

Den Durchbruch ermöglichte nach Angaben der Forschenden ein spezielles flüssiges Isoliermaterial namens Midel 7131.

„Durch den Einsatz des flüssigen Hochenergie-Isoliermediums Midel 7131 und einer Pulsformungsleitung mit zwei Breiten gelang die Miniaturisierung eines integrierten Tesla-Transformators und des Pulsformungssystems“, schreiben die Wissenschaftler in der Studie.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Schwarzes Loch strahlt bis zu hundert Billionen Mal stärker als der Todesstern aus Star Wars

Luma AI setzt auf Nahost als neues KI-Rechenzentrum mit arabischem Weltmodell

Deutschland eröffnet erste KI-Fabrik für mehr digitale Souveränität in Europa