Dieses Jahr locken Reiseanbieter bei Individualreisen und Pauschalreisen mit wettbewerbsfähigeren Preisen. Die Konkurrenz belebt das Geschäft.
Die Kirschblüte in Japan lockt jedes Jahr viele Reisende an. Die Preise ziehen dann oft kräftig an. Doch 2026 könnte eines der günstigsten Jahre seit Langem werden, um die berühmte Sakura zu erleben.
Seit Sanae Takaichi, Japans Premierministerin, Ende vergangenen Jahres andeutete, Japan könne sein Militär einsetzen, falls China Taiwan angreife, ist die Zahl der Besucher vom chinesischen Festland deutlich gesunken.
Das drückt die Preise für Flüge und Unterkünfte. Der Effekt dürfte bis in den März und April hinein anhalten. Dann blühen die Kirschbäume.
Gleichzeitig hat Japan neue Abgaben und Gebühren für Reisende eingeführt. Wie teuer die Reise wird, hängt also vom Ziel und vom Programm ab.
Warum eine Reise zur Kirschblüte in Japan dieses Jahr günstiger sein kann
Japan ist seit Jahren beliebt. Derzeit zieht das Interesse noch einmal an.
„Wir haben im vergangenen Jahr bei Kunden aus dem Vereinigten Königreich und aus Europa einen Anstieg der Buchungen um 23 Prozent gesehen“, sagt Kenny Onishi, General Manager für Japan, Euronews Travel.
Wichtigster Quellmarkt ist jedoch Ostasien. Laut Japans Verkehrsministerium kamen in diesem Monat rund 45 Prozent weniger Gäste aus China als vor einem Jahr.
China hat seine Fluggesellschaften angewiesen, die Verbindungen nach Japan bis März zu reduzieren. Air China strich im Dezember 2025 zum Beispiel 23 Flüge zwischen Shanghai und Osaka sowie 14 Flüge zwischen Chongqing und Tokio, so die Luftfahrtanalysefirma Cirium.
Zusammen mit dem historisch schwachen Yen hat das die Preise für Flüge, Hotels und Rundreisen gegenüber 2025 um zehn bis 20 Prozent sinken lassen.
Die deutlichsten Rückgänge gab es in beliebten Städten wie Kyoto und Osaka, sagte Ben Julius, Gründer des Reiseunternehmens Tourist Japan, der Zeitung The Straits Times.
Sowohl Individualreisen als auch Pauschalangebote sind dieses Jahr preislich attraktiver.
„Der schwache Yen sorgt dafür, dass andere Währungen in Japan weiter reichen – etwa der Euro oder das Britische Pfund“, sagt Onishi.
„Deshalb sind unsere Intrepid-Reisepreise im Vereinigten Königreich 2026 insgesamt leicht gesunken, verglichen mit dem Vorjahr.“
Anfang des Monats veröffentlichte die Japan Meteorological Corporation ihre Kirschblüten-Prognose. Sie rechnet mit milderen Temperaturen und einem früheren Blühbeginn.
In Tokio werden die ersten Blüten voraussichtlich am 20. März erscheinen, in Osaka am 24. März. In Okinawa beginnt die Blüte früher, zwischen Januar und Februar.
Für solche Ziele bedeutet das: Reisende könnten vom Preisrückgang profitieren.
Allerdings fallen 2026 womöglich zusätzliche Kosten an, selbst wenn Hotels und Touren günstiger sind.
Reisende nach Japan müssen 2026 mit höheren Gebühren rechnen
Japan überprüft seine seit Jahrzehnten geltenden Visagebühren. Derzeit kostet ein Visum für eine einmalige Einreise rund 3.000 Yen (19 €) und ein Mehrfachvisum etwa 6.000 Yen (38 €).
Würden die Sätze an vergleichbare Volkswirtschaften angepasst, etwa 127 £ (150 €) im Vereinigten Königreich oder 90 € für ein Schengen-Visum in der EU, verteuerte sich die Reise für visumpflichtige Gäste deutlich.
Derzeit schlägt die Regierung vor, die Gebühr ab etwa April 2026 zu erhöhen: auf 15.000 Yen (80 €) für einmalige Einreise und auf 30.000 Yen (161 €) für Mehrfacheinreise.
Wer nach Tokio, Osaka oder Okinawa reist, wo die Kirschblüte im März oder früher liegt, dürfte der Erhöhung entgehen. Auf Hokkaido hingegen beginnt die Blüte von April bis Mai.
Wer zur Sakura nach Kyoto kommt (prognostizierter Beginn: 24. März), muss auch mit höheren Übernachtungssteuern rechnen.
Nach dem neuen System, das am 1. März in Kraft tritt, zahlen Gäste in Luxushotels 10.000 Yen (56 €) oder mehr pro Nacht. In der Mittelklasse werden zwischen 1.000 und 4.000 Yen (5,50 € bzw. 23 €) fällig.
Der niedrigste Satz von 200 Yen (rund ein Euro) gilt für einfache Unterkünfte unter 6.000 Yen (34 €) pro Nacht.
Die japanische Regierung plant außerdem, die internationale Ausreisesteuer später im Jahr zu erhöhen.
Diese Abgabe wird bei allen fällig, die das Land verlassen, meist bei Flugreisen. Sie wurde 2019 mit einem Einheitssatz von 1.000 Yen (rund 5,50 €) eingeführt. Nun soll sie an „internationale Standards“ herangeführt werden.
Deutschland erhebt für abfliegende Fluggäste beispielsweise Entgelte zwischen 15,53 € und 39,34 € für nahe gelegene Länder und 70,83 € für alle übrigen.
Ab Juli 2026 verdreifacht Japan die Ausreisesteuer auf 3.000 Yen (rund 16 €) pro Person. Sie gilt für alle Reisenden ab zwei Jahren, die per Flugzeug oder Schiff ausreisen.