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Wahl in Ungarn: Orbán gesteht Niederlage ein und gratuliert Magyar zum Sieg

Ungarns Tisza-Parteichef Peter Magyar
Ungarns Tisza-Parteichef Peter Magyar Copyright  AP Photo
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Von Sandor Zsiros & Euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach einer Rekord-Beteiligung bei der Parlamentswahl in Ungarn hat Ministerpräsident Viktor Orbán seinem Herausforderer Péter Magyar zum Wahlsieg gratuliert. Als noch nicht alle Stimmen ausgezählt waren, gestand Orbán vor seinen Anhängern die "schmerzhafte" Niederlage ein.

Bei einer Rede vor den Anhängern seiner Partei Fidesz hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán in Budapest seine Niederlage eingestanden. Das Ergebnis der Parlamentswahl sei schmerzhaft, aber klar, sagte der Parteichef, der seit 16 Jahren in Ungarn an der Macht war. Dabei gab sich der bisherige Regierungschef nach einem aggressiven Wahlkampf überraschend versöhnlich.

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Schon vor Auszählung aller Stimmen hatte Orbán seinem Herausforderer Péter Magyar am Telefon zum Wahlsieg gratuliert, wie der Tisza-Vorsitzende auf Facebook bekannt gab.

Später berichtete Magyar, dass ihm auch Kanzler Friedrich Merz zum Wahlsieg beglückwünscht habe.

Nach der Auszählung fast aller Stimmen zeichnete sich ein Erdrutschsieg mit einer Zweidrittelmehrheit für die bisherige Oppositionspartei Tisza ab. Herausforderer Magyar gewann auch in ländlichen Regionen Ungarns, die als Hochburgen von Viktor Orbán galten.

Viktor Orban hat am Wahlsonntag vor Anhängern seiner Partei Fidesz die Niederlage eingestanden
Viktor Orban hat am Wahlsonntag vor Anhängern seiner Partei Fidesz die Niederlage eingestanden AP Photo

Nach einer Rekordwahlbeteiligung von 77,8 Prozent bei den wichtigsten Wahlen in Ungarn seit Jahren hatten die Wahllokale um 19 Uhr geschlossen.

Die von Péter Magyar geführte Oppositionspartei Tisza erreichte schon vor der Auszählung der Stimmen der Ungarn und Ungarinnen im Ausland die für eine Zweidrittelmehrheit notwendigen 137 Sitze im Parlament.

Die Fidesz-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán stürzte dramatisch ab und kam nur noch auf etwa 54 Abgeordnete. Bisher hatte Fidesz 135 Sitze. Andere Parteien sind im neuen Parlament in Budapest wohl nur noch mit sehr wenigen Abgeordneten vertreten.

Die endgültigen Ergebnisse sollten in einigen Stunden bekannt gegeben werden, und bei einer Wahlbeteiligung von rekordverdächtigen 77,8 Prozent – der höchsten, die jemals bei einer ungarischen Wahl verzeichnet wurde – gab es noch mehr Stimmzettel auszuzählen als sonst.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb in den sozialen Medien: "Ungarn hat Europa gewählt. Europa hat immer Ungarn gewählt. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker."

Orbáns Machtkampf mit der EU

Viktor Orbán war der EU-Kommission in Brüssel seit langem ein Dorn im Auge. Der ungarische Ministerpräsident machte häufig von seinem Vetorecht Gebrauch oder drohte damit, und das in einem Ausmaß, das das EU-System mittlerweile von innen heraus gefährdete.

Zuletzt blockierte Orbán im März einen zuvor vereinbartes Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine aufgrund eines Streits um die Druschba-Pipeline.

Vertreter der Europäischen Union bereiteten sich hinter verschlossenen Türen auf alle möglichen Szenarien vor, von einer anhaltenden Pattsituation mit Orbán bis hin zu einem vorsichtigen Neuanfang unter dem Oppositionsführer Péter Magyar, dem Vorsitzenden der Tisza-Partei.

Péter Magyar, der vor zwei Jahren die Tisza-Partei gründete, hatte versprochen, die zerrütteten Beziehungen Ungarns zur EU und zur NATO wiederherzustellen – ein Versprechen, das in Brüssel begrüßt wurde. Allerdings sprach sich der Politiker gegen den Beitritt der Ukraine in die EU aus.

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