Die Ukraine berichtet, dass russische Truppen am 15. April in den frühen Morgenstunden Sloviansk angegriffen haben. Sie warfen gegen fünf Uhr Ortszeit eine gelenkte Luftbombe des Typs FAB-1500 auf das Stadtzentrum. Nach Angaben der örtlichen Behörden in der Region Donezk zerstörte der Einschlag eine Sportanlage für Kinder und ein Bürogebäude. Mindestens 39 Wohnblocks und 15 Fahrzeuge wurden beschädigt. Ein Zivilist, ein 57-jähriger Mann, erlitt Verletzungen und kam in eine Klinik in Dnipro. Der Angriff zeigt, wie stark Städte nahe der Front weiterhin unter Druck stehen.
Im Nordosten der Ukraine griffen Drohnen am 15. April das Industriegebiet von Sumy mehrfach an und lösten schwere Brände in Betrieben aus. Der Zivilschutz meldete, das Gebiet sei erneut getroffen worden, während Feuerwehrleute bereits im Einsatz waren. Insgesamt registrierten die Behörden im Verlauf mehrerer Stunden mindestens drei Einschläge. Den Einsatzkräften gelang es trotz der wiederholten Angriffe, den Brand unter Kontrolle zu bringen und zu löschen. Opfer meldeten die Behörden in Sumy zunächst nicht. Sie prüften weiter das Ausmaß der Schäden.
Die Angriffe stehen vor dem Hintergrund anhaltenden russischen Drucks entlang großer Teile der rund 1.000 Kilometer langen Front, die sich von Charkiw bis Cherson zieht. Ukrainische Stellen berichteten in den vergangenen vierundzwanzig Stunden von mehr als 100 Gefechten. Besonders heftige Kämpfe meldeten sie aus dem Raum Bachmut und Awdijiwka in der Region Donezk.
Gleichzeitig setzt Moskau seine Kampagne mit Drohnen- und Raketenangriffen auf Städte und Energieinfrastruktur fort. Kyjiw muss seine ohnehin überlastete Flugabwehr und die Rettungsdienste immer weiter strecken. Zugleich greift die Ukraine weiterhin russische Militär- und Logistikziele jenseits der Grenze und in besetzten Gebieten an.