Der Öltransport über die Druschba-Pipeline ist angelaufen, und die Europäische Union hat mit der Auszahlung des 90-Milliarden-Euro-Darlehens an die Ukraine begonnen, ohne dass Ungarn sein Veto eingelegt hat. Der Betreiber Mol erwartet, dass das Ural-Öl spätestens am Donnerstag Ungarn erreicht.
Das ukrainische Unternehmen, das den ukrainischen Abschnitt der Druschba-Pipeline betreibt, hat bestätigt dass die Öllieferungen begonnen haben. Der Betreiber Mol teilte mit, er sei darüber informiert worden, dass am Mittwochmittag tatsächlich Öl aus Belarus eingetroffen sei. Die ungarische Ölgesellschaft geht davon aus, dass die Lieferungen spätestens am Donnerstag in Ungarn ankommen werden.
Es ist noch nicht klar, wie viel Ural-Öl in Ungarn ankommen wird und ob das ankommende Öl zur Auffüllung der strategischen Vorräte verwendet wird, die inzwischen weitgehend aufgebraucht wurden, oder ob es direkt nach Sazhalombatta geht, wo die Raffination mindestens zwei Wochen dauern wird.
Wird die Preisobergrenze in Ungarn aufgehoben?
Obwohl der neue Ministerpräsident Péter Magyar bereits angekündigt hatte, dass der geschützte Kraftstoffpreis beibehalten werden soll, prüfen die Behörden nach Angaben von Experten ständig die Möglichkeit einer Aufhebung der Preisobergrenze. Die Preisobergrenze hat eine verzerrende Wirkung auf den Markt und hält einige Ölimporteure vom ungarischen Markt fern.
Laut dem Portfolio-Analysten Kristóf Mohos deuten das Ergebnis der Parlamentswahlen in Ungarn und die Entwicklung des Ölmarktes darauf hin, dass die Preisobergrenze aufgehoben werden könnte.
"Dank der Stärkung des Forint und des Zusammenbruchs der Ölmarge sehen wir, dass sich die Marktpreise deutlich an die sonst festgelegten Preise annähern. Das lässt hoffen, dass das Auslaufen dieses geschützten Preisregimes in Zukunft kein großes Problem für den Haushalt darstellen wird", sagte er im Gespräch mit Euronews.
Am Mittwoch leitete die Europäische Union rechtliche Schritte zur Auszahlung der ersten Tranche eines Darlehens an die Ukraine und zur Verschärfung des 20. Pakets russischer Sanktionen ein. Der scheidende ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hatte zuvor wiederholt deutlich gemacht, dass die Regierung in Budapest ihre Zustimmung geben werde, wenn das russische Öl durch die Druschba wieder läuft.