Bei nächtlichen Raketen- und Drohnenangriffen wurden mindestens 18 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt. Kyjiw meldet auch Stromausfälle.
Massive russische Raketen- und Drohnenangriffe haben in der Nacht weite Teile der Ukraine erschüttert. Nach Angaben der Behörden wurden dabei mindestens 18 Menschen getötet, über Hundert weitere wurden verletzt. Einsatzkräfte begannen am Dienstagmorgen damit, das Ausmaß der Schäden zu erfassen.
Auch die ukrainische Hauptstadt Kyjiw wurde angegriffen. Mehrere Explosionen waren zu hören, Brände brachen in verschiedenen Stadtteilen aus.
Zuvor hatte der Bürgermeister von Kyjiw, Vitali Klitschko, die Bevölkerung gewarnt: "Explosionen in der Stadt! Die Luftabwehr ist im Einsatz! Bleiben Sie in den Schutzräumen!" Zudem sei in mehreren Stadtbezirken der ukrainischen Hauptstadt die Stromversorgung ausgefallen, teilte Klitschko mit.
Auch die Stadt Dnipro wurde Ziel russischer Angriffe. Nach Angaben der Behörden kamen dort vier Menschen ums Leben. "Dieser Angriff des Feindes hat vier Menschen das Leben gekostet", erklärte der regionale Gouverneur Oleksandr Hanzha. Unter den Opfern war demnach auch eine 73-jährige Frau. In Kharkiv wurden nach Angaben des regionalen Gouverneurs Oleh Syniehubov acht Menschen verletzt. Betroffen war demnach der Stadtbezirk Slobidskyj.
Angriffe folgen auf Warnung Selenskyjs
Die Angriffe erfolgen nur wenige Tage, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor möglichen starken Angriffen gewarnt hatte. "Uns liegen Geheimdienstinformationen vor, dass Russland einen neuen massiven Schlag vorbereitet", sagte Selenskyj am Freitag. Zugleich rief er die Bevölkerung dazu auf, "ihr Leben zu schützen"und Luftalarmwarnungen ernst zu nehmen.
"Bitte achten Sie auf Luftalarmwarnungen und bringen Sie sich in Sicherheit. Unsere Dienste sind vorbereitet und arbeiten effektiv. Die Luftwaffe und alle anderen Verteidiger unseres Himmels werden wie gewohnt rund um die Uhr im Einsatz sein", sagte Selenskyj.
Zugleich erneuerte der ukrainische Präsident seinen Appell an die westlichen Verbündeten, zusätzliche Patriot-Luftabwehrsysteme bereitzustellen und zu finanzieren. Die Systeme gelten als eines der wirksamsten Mittel zur Abwehr russischer ballistischer Raketen.
Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Schreiben an US-Präsident Donald Trump und den US-Kongress gewandt. Darin forderte er zusätzliche Patriot-Luftabwehrsysteme, um die zunehmenden russischen Raketen- und Drohnenangriffe abwehren zu können.