Eilmeldung

Eilmeldung

Teherans Basar: Händler im Iran hoffen auf bessere Zeiten

Sie lesen gerade:

Teherans Basar: Händler im Iran hoffen auf bessere Zeiten

Teherans Basar: Händler im Iran hoffen auf bessere Zeiten
Schriftgrösse Aa Aa

Auf dem großen Basar von Teheran schlägt das Herz der iranischen Wirtschaft. Hier trifft man steinreiche Händler, und ganz normale Leute gehen hier einkaufen.

Ich hoffe, dass wieder Bewegung in den Markt kommt, dass die Wirtschaft nach der aktuellen Flaute wieder anspringt und dass die Leute wieder Geld ausgeben.

Gesprächsthema unter den Menschen auf dem Basar sind immer wieder die wirtschaftlichen Probleme, die die gegen den Iran verhängten Sanktionen verursachen. Deshalb richtet sich der Blick der Menschen auf die Atomgespräche in Wien. Und viele hoffen auf ein Ende ihrer Sorgen wie ein junger Verkäufer von Handtüchern. Er sieht bei allen Händlern dieselben Probleme: “Weil der Dollar gestiegen ist, ist die Kaufkraft der Leute gesunken. Darunter leiden wir. Alle Händler stehen vor ihren Läden, weil sie keine Kunden haben.

Besonders betroffen von den Sanktionen ist die Gesundheitsversorgung. Es gibt nicht genug Medikamente, und Medikamente, die Apotheken wegen der Sanktionen nicht beschaffen können, gibt es auf dem Schwarzmarkt zu horrenden Preisen.

Eine Apothekerin erklärt:
“Medikamente gegen bestimmte Krankheiten, auch um Krebs zu behandeln, können nur verspätet oder zu ständig steigenden Preisen importiert werden. Aber ich hoffe, dass die Verhandlungen voranschreiten, und dass sich das Leben nicht nur im medizinischen Bereich verbessert.”

Auch die Preise für Kaffee und Zucker sind drastisch gestiegen.
Deshalb gehen weniger Leute in die Cafés. Der Besitzer eines Cafés im Basar träumt von besseren Zeiten: “Ich glaube nicht, dass der Dollar gleich nach dem Ende der Sanktinen unter 1000 Toman fallen wird. Aber ich hoffe, dass wieder Bewegung in den Markt kommt und dass die Wirtschaft nach der aktuellen Flaute wieder anspringt. Dass die Leute wieder Geld ausgeben und dass es einen Boom gibt…”

Für die desolate Lage wird auch die Misswirtschaft während der acht Jahre von Präsident Mahmoud Ahmadinedjad verantwortlich gemacht. Am Ende seiner Amtszeit 2013 waren die Staatskassen fast leer. Die Justiz geht gegen mehrere Mitarbeiter des Ex-Präsidenten wegen des Verdachts auf Korruption vor.

Unser Korrespondent in Teheran Javad Montazeri erklärt: “Das Aufheben der Sanktionen und der wirtschaftliche Aufschwung sind die Top-Prioritäten der Menschen im Iran. Deshalb verfolgen sie mit Spannung die Atomgespräche und warten voller Hoffnung auf die Nachricht vom Ende der Sanktionen.”