Augenzeuge erinnert sich an Tschernobyl: "Wir sahen eine große rosa Glut"

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Von Euronews
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Alexander Davidowitsch Hellerman arbeitete seit der Inbetriebnahme des ersten Reaktors in Tschernobyl. Der 80-jährige lebt jetzt in Kiew. Sein

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Alexander Davidowitsch Hellerman arbeitete seit der Inbetriebnahme des ersten Reaktors in Tschernobyl. Der 80-jährige lebt jetzt in Kiew. Sein Familienalbum enthält Erinnerungen an bessere Zeiten.

“Ich hatte ein Haus in Pripyat. Ich sah alles deutlich. Die Glut war zu erkennen. Ich ging zum 4. Reaktor. Ich sah die Wände einstürzen, Pumpen brachen auseinander. Ich informierte den Direktor, der informierte Moskau. Als wir zusammen am Kraftwerk vorbeifuhren, sahen wir eine große rosa Glut. Der Direktor sah mich an und sagte nur: Das ist ein Gefängnis”, erinnert sich Hellermann.

Hellermann war leitender Angestellter im AKW. Deswegen wurde er von der Untersuchungskommission für das Reaktorunglück verantwortlich gemacht. Er verlor seien Job und wurde aus der KP ausgeschlossen.

“Sie hätten das Experiment niemals durchführen dürfen. Ich wusste das. Es gab keine Anweisungen, was in einem Notfall zu tun sei. In anderen AKWs gab es solche Anweisungen”, sagt Hellermann.

Hellermann arbeitete in den ersten sechs Monaten nach dem Unfall im verseuchten Tschernobyl. Welcher Strahlendosis er ausgesetzt war, weiß er nicht. “Niemand ließ sich testen. Das war sowieso sinnlos”, sagt er.

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