EventsVeranstaltungenPodcasts
Loader
Finden Sie uns
WERBUNG

Armenienresolution: Erdogan erhöht Druck auf Merkel

Armenienresolution: Erdogan erhöht Druck auf Merkel
Copyright 
Von Carolin Kuter mit DPA, REUTERS
Zuerst veröffentlicht am
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Tage bevor der Bundestag in Berlin die Massentötungen und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord einstufen will, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Druck auf

WERBUNG

Tage bevor der Bundestag in Berlin die Massentötungen und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord einstufen will, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Druck auf die Bundesregierung erhöht. In einem offenbar von ihm veranlassten Telefongespräch mit Kanzlerin Angela Merkel habe er seine “Besorgnis” über die Wortwahl der Resolution kundgetan, so Erdogan vor Journalisten im türkischen Izmir: “Wenn Deutschland in diese Falle tappt, wird das unseren bilateralen Beziehungen auf diplomatischer, wirtschaftlicher, kommerzieller, politischer und militärischer Ebene natürlich schaden. Schließlich sind wir beide NATO-Mitglieder. Ich denke, dass man darüber nachdenken wird.”

Die an den Armeniern im Ersten Weltkrieg begangenen Massaker mit schätzungsweise mindestens 800.000 Toten werden von mehreren europäischen Ländern, darunter Frankreich und Schweden, als Völkermord bezeichnet. Die Türkei bedauert die Taten zwar, lehnt eine Einstufung als Genozid aber strikt ab.

Die Bundestagresolution war auf Drängen der Grünen zustande gekommen. Sie hatten den Antrag im Februar angesichts der anstehenden Verhandlungen mit der Türkei über das Flüchtlingsabkommen zurückgezogen. Die Vereinbarung kam zustande, doch die Frage um die vereinbarten Visumserleichterungen für türkische Staatsbürger bringt den Deal ins Wanken. Die EU verlangt von der Türkei, dass sie ihre Terrorgesetze an die Brüsseler Regeln anpasst. Erdogan lehnt das ab. Merkel steht wegen des Deals mit Ankara politisch unter Druck. Ihr war von der Opposition mehrfach vorgeworfen worden, nicht ausreichend Kritik am Vorgehen der türkischen Regierung beispielsweise gegen Journalisten zu üben.

#Erdogan droht Merkel:Ohne Visafreiheit keine Rücknahme von Flüchtlingen.Der EU-Türkei-Deal wird immer schmutziger! https://t.co/ANw1lI7img

— Katja Kipping (@katjakipping) 24. Mai 2016

Das Timing für die Resolution sei auch jetzt nicht perfekt, so Grünen-Chef Cem Özdemir. “Aber der Zeitpunkt ist nicht so wichtig. Der Bundestag will diese Resolution verabschieden, weil es auch um die deutsche Geschichte geht. Das Osmanische und das Deutsche Reich waren Verbündete.” SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann betonte, es gehe nicht darum, Streit mit der Türkei anzufangen. “Ich möchte die Eiferer in der Debatte warnen, es nicht zu weit zu treiben.”

Interview mit cem_oezdemir</a> <a href="https://twitter.com/Die_Gruenen">Die_Gruenen zur Resolution zum Völkermord an den Armeniern: https://t.co/RgsFxYneRepic.twitter.com/U40IU53cKD

— WDR 5 (@wdr5) 30. Mai 2016

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Scholz und Erdogan - Welten prallen aufeinander

Türkischer Präsident Erdogan in Berlin: erst Steinmeier, dann Scholz

Spanien: Präsident Erdogan trifft sich mit König Felipe VI.