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70.000 Franken bei Zuzug: Schweizer Dorf Albinen stimmt für Förderung

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70.000 Franken bei Zuzug: Schweizer Dorf Albinen stimmt für Förderung

70.000 Franken bei Zuzug: Schweizer Dorf Albinen stimmt für Förderung
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Davide Rüetschi via Wikimedia Commons
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Die Schweizer Gemeinde Albinen hat sich klar für die Initiative entschieden, mit der junge Menschen und Familien beim Umzug in die Gemeinde gefördert werden sollen.

Mit 71 zu 29 Stimmen verabschiedeten die Bewohner bei der Ur- und Bürgerversammlung am Donnerstagabend das "Reglement Wohnbau und Familienförderung". 

Mit der Förderung soll dem Abwanderungstrend entgegengewirkt werden und junge Menschen sowie Familien zur Ansiedlung 

Internationales Interesse

Zuvor hatten Medien weltweit über das Dorf berichtet und einen regelrechten Ansturm ausgelöst. Die kleine Gemeinde wurden von Anfragen aus aller Welt überrannt. Menschen aus Brasilien, Kamerun, Belgien saßen offenbar praktisch auf gepackten Koffern, und wollten wissen, wie sie an das Geld kommen konnten. Einige trieb die Neugier sogar zur Reise in die Schweizer Alpen, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Daraufhin klagte die Stadtverwaltung in einer Mitteilung über ungenaue Medienberichte, die zu "Irreführung von Tausenden Gutgläubigen im In- und Ausland" geführt habe.  Die Kritik: Die Bedingungen für die Förderung seien nicht genannt worden. Lesern sei der Eindruck vermittelt worden, dass man "nur nach Albinen umziehen [müsse], um dort 70'000 Franken abzukassieren".

Das Kleingedruckte lesen

So einfach ist es nicht. Die Gemeinde verweist auf ihre beschränkten finanziellen Mittel. Das Geld steht denjenigen zu, die eine Summe von mindestens 200.000 Franken (rund 170.000 Euro) investieren, sich verpflichten, 10 Jahre zu bleiben und als Ausländer über eine Niederlassungsbewilligung C verfügen.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, und von der Gemeinde für die Hilfe ausgewählt wird, der kann mit je 25.000 Franken pro Erwachsenem sowie 10.000 pro Kind rechnen. Für eine vierköpfige Familie könnten das eine Förderung von 70.000 Franken bedeuten.

Doch von den vielen hundert Interessierten wird wohl die große Mehrheit leer ausgehen: Die Gemeinde schätzt, dass in den kommenden fünf Jahren "im besten Fall" zwischen fünf und zehn Familien durch die Initiative gefördert werden.

Von den vielen Menschen, die sich nach der Berichterstattung bei der Gemeinde gemeldet hatten, könnten "höchstens einer von hundert Gesuchsteller[n] zumindest in Betracht gezogen werden".