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Brexit: „Kein Binnenmarkt à la carte“

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Brexit: „Kein Binnenmarkt à la carte“

Brexit: „Kein Binnenmarkt à la carte“
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Ob man es nun Rosinenpicken oder das Auswählen der Filetstücke nennt - diese Praxis komme nicht Frage, sagt Michel Barnier, Chefunterhändler der Europäischen Union bei den Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien. Der europäische Binnenmarkt sei nicht verhandelbar, gibt der Franzose eine unerbittliche Linie vor, an die sich die austrittswilligen Briten bitteschön zu halten hätten.

„Die Briten verlangen von uns, rote Linien und ihre Entscheidung, die Europäische Union verlassen zu wollen, zu respektieren. Das tun wir“, so Barnier. „Andererseits müssen die Briten verstehen, dass sie auch respektieren, wer wir sind - und sie wissen sehr gut, wer wir sind. Sie müssen ebenso den Binnenmarkt respektieren, den wir mit ihnen gemeinsam aufgebaut haben. Es gibt keinen Binnenmarkt à la carte“, sagte der EU-Verhandlungsführer.

Der britische Brexit-Minister Dominic Raab trifft sich am Freitag mit Barnier. Die Verhandlungen seien an einem sehr schwierigen Punkt angelangt, sagte Raab, betonte aber auch:

„Ich bin guter Dinge, dass eine Vereinbarung in Sichtweite ist. Wir bringen klare Zielvorstellungen, Pragmatismus und Energie mit. Wenn das erwidert wird - und das erwarte ich - dann wird es ein Abkommen geben. Ich und wir haben die Sitzung des Europäischen Rates im Oktober als Frist im Blick, doch es gibt da einen gewissen Spielraum“, sagte Raab.

Für den Fall, dass sich das Vereinigte Königreich und die Europäische Union ohne Abkommen scheiden, hat die britische Regierung Notfallpläne in der Schublade. In diesen bekommen Bürger und Geschäftsleute Richtlinien an die Hand, um für ein solches Szenario gerüstet zu sein.