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Abtreibungspille für Minderjährige: Staatsanwaltschaft in Nordirland ermittelt gegen die Mutter

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Abtreibungspille für Minderjährige: Staatsanwaltschaft in Nordirland ermittelt gegen die Mutter

Abtreibungspille für Minderjährige: Staatsanwaltschaft in Nordirland ermittelt gegen die Mutter
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In Nordirland wird das strenge Abtreibungsverbot auf die Probe gestellt. Eine 15-Jährige wurde von ihrem älteren Partner 2013 sexuell missbraucht und geschwängert.

Als ihr Partner von der Schwangerschaft erfuhr, drohte er damit, das Baby aus ihr herauszuscheniden.

Die damals 15-Jährige bekam Angst und vertraute sich ihrer Mutter an. Da sie keinen Pass hatte, konnte sie nicht in einen anderen Staat des Vereinten Königreichs reisen, um dort eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

Abtreibung ist in Nordirland nämlich noch immer streng verboten und wird bestraft. In England, Wales oder Schottland ist der Schwangerschaftsabbruch dagegen seit bereits mehreren Jahrzenhten erlaubt.

Die Mutter der jungen Frau besorgte ihrer Tochter deshalb online Abtreibungspillen, die ihre Tochter einnahm, um eine Fehlgeburt einzuleiten. Anschließend ging sie zum Arzt, um medizinischen Rat für den Missbrauch ihrer Tochter einzuholen. Dabei erzählte sie dem Arzt von der Abtreibung. Über einen Sozialarbeiter gelang der Fall schließlich an die Polizei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen die Familie und die Mutter.

Die bestehenden Spannungen in Nordirland zum Thema Abtreibung wurden durch den Fall verdeutlicht.

Heute wird das Abtreibungsgesetz nämlich auf seine Verfassungsmäßigkeit geprüft und die strafrechtliche Verfolgung damit infrage gestellt. Die Argumentation dabei lautet, dass das Gesetz im Vergleich zum restlichen Vereinten Königreich nicht fair sei und dass die strafrechtliche Verfolgung in diesem Fall nicht im öffentlichen Interesse liege.

Die Handhabung des Falls wird aufzeigen, wo Nordirland in Sachen Abtreibungsgesetz steht.