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Brasilien: Bolsonaro und Haddad gehen in die Stichwahl

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Brasilien: Bolsonaro und Haddad gehen in die Stichwahl

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Bolsonaro gewinnt erste Runde

Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien klar für sich entschieden. Er erhielt gut 46 Prozent der Stimmen.

Damit verpasste er allerdings die 50-Prozent-Marke, ab der er schon im ersten Wahlgang den Posten gewonnen hätte, daher muss er nun in die Stichwahl, die ist in drei Wochen.

"Wir müssen an unser Brasilien glauben und uns weiter mobilisieren. Wir dürfen jetzt keine Schritte zurück machen, wir haben noch drei Wochen bis zur nächsten Runde.

Wir können dem elektronischen Wahlsystem nicht trauen. Wenn es funktionieren würde, dann würden wir den Namen des nächsten Präsidenten bereits kennen."

In der Stichwahl gegen Haddad

Bolsonaros Gegner in der Stichwahl: Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei. Auf ihn entfielen rund 29 Prozent der Stimmen.

"Wir wollen die Demokraten in Brasilien vereinen, wir wollen die Menschen zusammenbringen, die sich um die Ärmsten im Lande sorgen.

Wir wollen ein ehrgeiziges Projekt für ein demokratisches Brasilien, das sich unermüdlich für soziale Gerechtigkeit einsetzt."

Schwere Krise in Brasilien

Brasilien steckt in einer schweren Krise. Viele Politiker sind in Korruption verwickelt, die Wirtschaft lahmt, dafür nimmt die Gewalt immer weiter zu.

Und die Gesellschaft selbst ist gespalten wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Bolsonaro stellt sich als Anti-System-Kandidat dar, der mit dem Politzirkus nichts zu tun hat. "Ich werde den Saustall Brasília ausmisten", versprach der Ex-Militär.

Dabei ist der 63-Jährige selbst ein Insider: Seit fast drei Jahrzehnten mischt er in der Politik mit, saß für neun verschiedene Parteien im Parlament.

Allerdings wurde er bislang nie mit den großen Korruptionsskandalen in Verbindung gebracht.

Bolsonaro, der "Trump Brasiliens"

Bolsonaro spricht öfter abfällig über Minderheiten und lobt die Militärdiktatur (1964-1985).

Angesichts der ausufernden Kriminalität kommen die Forderungen Bolsonaros, genannt "Trump Brasiliens", nach einer Politik der harten Hand bei vielen Wählern gut an.

São Paulos früherer Bürgermeister Haddad ging für die linke Arbeiterpartei PT von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ins Rennen.

Zunächst wollte der wegen Korruption zu zwölf Jahren Haft verurteilte Lula selbst antreten, dann aber untersagte ein Gericht die Bewerbung des noch immer populären Politikers.

Haddad ist zwar nicht so charismatisch wie sein politischen Ziehvater, ein bisschen von seinem Glanz fällt aber auch auf ihn ab.

Viele stimmten wohl auch für Haddad, um den Rechtspopulisten Bolsonaro zu verhindern.