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Mit der "Karawane" unterwegs: "Ich will den Menschen ein Gesicht geben"

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Mit der "Karawane" unterwegs: "Ich will den Menschen ein Gesicht geben"

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Der Berliner Regisseur Oliver Stiller begleitet die sogenannte Migranten-Karawane in Mexiko. Wir haben mit ihm über seine Eindrücke gesprochen.

Euronews

Herr Stiller, Donald Trump spricht davon, dass in dieser Karawane Kriminelle sind, die in die USA wollen. Wie haben Sie die Menschen erlebt?

Oliver Stiller

Die allermeisten von ihnen kommen aus Honduras. Es sind sehr einfache Leute, Leute, die in ihrer Heimat ganz einfache Arbeiten gemacht haben, aber keine Arbeit mehr gefunden haben. Es sind normale Arbeiter. Und ich habe auch immer gefragt, was die Leute vorhaben, was sie in den USA arbeiten wollen, und das war ihnen fast egal. Sie wollten irgendetwas machen. Sie wollten eine Arbeit finden, mit der sie ihre Familie zu Hause unterstützen können.

Euronews

Die US-Regierung hat Tausende Soldaten an die Grenze zu Mexiko geschickt. Schreckt das die Migranten nicht ab?

Oliver Stiller

Die meisten Leute sind hochreligiös, sie glauben daran, dass Gott ihren Weg leitet. Sie haben auch davon gehört, dass an der Grenze Soldaten sind, das ist total bekannt. Sie vernehmen jeden Tweet von Donald Trump. Aber das hält niemanden ab. Die Leute haben Hoffnung und hoffen, dass Donald Trump ein Einsehen hat.

Euronews

Wie ist die Stimmung generell in der Karawane?

Oliver Stiller

Die meisten Leute sind gut durchgekommen und freuen sich, sind relativ guter Stimmung, weil die Reise sehr gut gelaufen ist. Ich habe keine negativen Erfahrungen mitbekommen, auch wenn natürlich Menschen in Tränen ausgebrochen sind, weil sie ihre Heimat verlassen haben, weil sie ihre Kinder verlassen haben. Andere haben ihre Kinder mit dabei.

Euronews

Was ist Ihre Motivation, die Karawane zu begleiten?

Oliver Stiller

Ich möchte den Menschen ein Gesicht geben, denn das ist immer nur "die Karawane". Und ich versuche, da die Individuen rauszuholen, dass man weiß, wer sind sie, was machen sie. Nur so kann man das widerlegen, was Donald Trump gesagt hat. Nur zu sagen, "das sind nette Leute", ist Quatsch. Aber wenn man zeigt, was das für nette Leute sind, wenn man zeigt, ich hab mit denen in einer Unterkunft gepennt - ich glaube, nur so geht es.

Honduranische Migranten auf dem Weg Richtung USA